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Unfall in Thüringen:Zwei Kinder kommen bei Schulbusunglück ums Leben

Schulbusunfall in Thüringen

Rettungskräfte stehen neben dem verunglückten Schulbus im Wartburgkreis.

(Foto: dpa)
  • Bei einem Schulbusunfall im Wartburgkreis in Thüringen sind zwei acht Jahre alte Kinder ums Leben gekommen.
  • Der Bus war am Donnerstagmorgen auf eisglattem Kopfsteinpflaster ins Rutschen gekommen und in einen Graben gestürzt.
  • Nun soll der Unfallhergang analysiert werden. Hinweise auf ein Fehlverhalten des Fahrers oder einen technischen Defekt gab es zunächst nicht.

Im Wartburgkreis in Thüringen ist am Donnerstagmorgen ein mit mehr als 20 Kindern besetzter Schulbus verunglückt. Nach Angaben der Polizei rutschte er gegen 7.30 Uhr in Berka vor dem Hainich von der glatten Straße und landete in einem Wassergraben. Bei dem Unfall kamen zwei acht Jahre alte Kinder ums Leben. Zwanzig weitere Insassen zwischen acht und elf Jahren wurden verletzt, fünf von ihnen schwer, aber nach Angaben der Polizei wohl nicht lebensgefährlich.

Am Morgen herrschte in der Region dichter Nebel. Der Bus war von Eisenach gestartet und hatte die etwa zwölf Kilometer entfernte Grundschule Berka als Ziel. In der Schule wurde nach dem Unfall ein Kriseninterventionszentrum eingerichtet, ein Notfallseelsorger kümmert sich um die Betroffenen. Die verletzten Kinder werden in Kliniken im Umfeld behandelt.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) zeigte sich auf Twitter bestürzt über den Unfall. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) besuchte die Grundschule, um vor Ort bei der Trauerbewältigung zu helfen. Innenminister Georg Maier (SPD) informierte sich am Unfallort über die Geschehnisse. In einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz zeigte sich Maier sichtlich erschüttert. Es sei eine dörfliche Gegend, "jeder kennt jeden, der ganze Ort ist im Schockzustand". Nun müsse man den Unfallhergang analysieren, Sachverständige seien bereits vor Ort.

Der zuständige leitende Polizeidirektor Günther Lierhammer erklärte, es lägen derzeit keine Erkenntnisse über ein mögliches Fehlverhalten des Busfahrers oder einen technischen Defekt vor. Der Bus sei in einer Senke auf eisglattem Kopfsteinpflaster ins Rutschen gekommen, in einen Graben gestürzt und habe sich dabei mehrfach überschlagen. "Das Unfallbild hat auch den Einsatzkräften alles abverlangt." Der Fahrer steht der Polizei zufolge unter Schock, ist aber wohl körperlich unverletzt.

Am Morgen kam es auch in Oberbayern zu einem weiteren Unfall mit einem Schulbus. Dabei wurden neun Insassen, alles Schüler im Alter von 12 bis 16 Jahren, sowie der Busfahrer leicht bis mittelschwer verletzt. Der Bus war aus zunächst ungeklärter Ursache zwischen Schnaitsee und Obing (Landkreis Traunstein) von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

© SZ.de/dpa/mkoh/jsa
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