Südkorea: Viele Tote Schwere Unwetter verwüsten Seoul

Heftige Regenfälle, Erdrutsche, Schlammlawinen: In Südkorea kommen bei schweren Unwettern mindestens 36 Menschen ums Leben. In der Hauptstadt Seoul herrscht Chaos, die Polizei ruft den Notstand aus.

Erdrutsche nach den heftigsten Regenfällen seit Jahrzehnten haben in Südkorea mindestens 36 Menschen das Leben gekostet. Den Behörden zufolge werden noch Dutzende Menschen vermisst. In Seoul gab es wegen der Unwetter chaotische Szenen, die Polizei rief deshalb für die Hauptstadt den Notstand aus.

In der Hauptstadt Seoul überflutet schlammiges Wasser ganze Straßenzüge.

(Foto: dpa)

In der hundert Kilometer östlich von Seoul gelegenen Bergregion Chuncheon starben nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde 13 Menschen, als eine Schlammlawine einen Gasthof und drei Wohnhäuser zerstörte.

Unter den Toten waren auch zehn Studenten, die dort ihren Freiwilligendienst leisteten und in ihrer Unterkunft verschüttet wurden. "Ich schlief im zweiten Stock der Pension, als ich den donnerartigen Lärm eines Erdrutsches hörte", sagte ein geretteter Student der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. "Die Treppe stürzte ein und ich wurde unter Schlamm begraben." 20 Menschen wurden durch die Schlammmassen verletzt, vier von ihnen schwer.

Etwa 670 Helfer waren im Einsatz, um Verschüttete zu bergen. Mehrere Gebäude wurden zerstört. Teilweise seien die Gebäude von den Lawinen regelrecht davongetragen worden, berichteten Augenzeugen.

In Seoul kamen 16 Menschen ums Leben, als eine Schlammlawine Häuser am Fuß eines Berges verschüttete. Sieben weitere Menschen wurden getötet, nachdem ein Fluss südlich von Seoul über die Ufer trat. Die Zahl der Toten könnte nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde weiter steigen.

In der Hauptstadt überflutete schlammiges Wasser ganze Straßenzüge. Hauptverkehrsstraßen entlang des Flusses Hangang wurden gesperrt. Im Fernsehen waren Menschen zu sehen, die sich auf die Dächer ihrer Autos retteten. Außerdem wurden Rettungskräfte gezeigt, die an Berghängen gestrandete Wanderer bargen. Auch U-Bahnstationen standen unter Wasser.

Die Polizei rief in Seoul den Notstand aus. Mehr als 4000 Beamte und 1500 Soldaten wurden mobilisiert, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Medienberichten zufolge fielen mehr als 150 Ampeln aus, wodurch es zu einem Verkehrschaos kam. In einigen Gegenden gab es zudem keinen Handy-Empfang.

In Südkorea gehen seit Wochenbeginn schwere Regenfälle nieder. In Seoul wurde seit Dienstagnachmittag 44 Zentimeter Niederschlag gemessen, in Chuncheon in den vergangenen zwei Tagen 24 Zentimeter. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde sind landesweit etwa 620 Menschen wegen der Überschwemmungen ohne Obdach. Die Meteorologen rechnen mit weiteren Regenfällen in den nächsten Tagen.