Strafprozess in den USANach dem ersten Prozess - die wichtigsten Fakten zum Fall Cosby

Auch nach 52 Stunden Beratung können sich die Geschworenen nicht einigen. Protagonisten und Argumente im Überblick.

Von Jacqueline Vieth und Felicitas Kock

Der Strafprozess gegen Bill Cosby endet mit einer Überraschung: Weil sich die Jury nicht einigen konnte, hat der Richter die Verhandlung ohne Ergebnis abgebrochen. Anfangs sah es nach einem schnellen Urteil aus, da die Verteidigung unerwartet nur einen Zeugen befragt hatte. Doch auch nach 52 Stunden Beratung ergab sich für die Geschworenen kein einheitliches Bild.

Hier die Lage nach dem Prozess:

Der Angeklagte

Wenn Bill Cosby das Gericht in Norristown betrat, stützte er sich in den vergangenen Tagen oft auf ein Mitglied seiner Entourage. Der Schauspieler ist seit zwei Jahren blind und schwerhörig, wirkte schwach, aber selbstsicher. Selbst ausgesagt hat Cosby in dem Prozess nicht. Bis zum Ende hatte die Öffentlichkeit darauf gewartet, dass sich der Entertainer doch noch äußern würde. Mit lauter, fester Stimme bestätigte er lediglich, dass er weiter zu den Vorwürfen schweigen wird.

Cosby ist wegen sexueller Nötigung angeklagt. Etwa 60 Frauen haben Vorwürfe gegen den Entertainer erhoben. Da die meisten Anschuldigungen verjährt sind, geht es in dem Strafprozess nur um einen einzigen Fall. Dem 79-Jährigen hätten bis zu 30 Jahre Haft gedroht. Angesichts seines hohen Alters und weil der Fall 13 Jahre zurückliegt und fast verjährt ist, wurde aber erwartet, dass das Gericht bei einer Verurteilung eine deutlich geringere Haftstrafe verhängen würde.

Bild: REUTERS 17. Juni 2017, 17:152017-06-17 17:15:37 © Sz.de/dpa/fie/mane/olkl