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Astronomie:Sternenhimmel April

Im April gibt es am Nachthimmel spannende Konstellationen zu entdecken, den Auftakt macht das Sternbild des Löwen hoch im Süden.

Sterne und Sternbilder

Mitte April gegen 22.30 Uhr steht der Löwe hoch im Süden. Die Sonne durchläuft diese Konstellation vom 11. August bis zum 16. September. Der Löwe zählt also zu den Sternbildern des Tierkreises, in denen neben der Sonne auch der Mond und die Planeten ihre scheinbaren Bahnen ziehen. Eine griechische Sage erzählt, dass dieser Löwe einst die Gegend Nemea auf der Peloponnes unsicher machte. Kein Mensch konnte ihn bezwingen. Bis Herkules den Auftrag bekam, den Löwen zu töten und das Tier mit bloßen Händen erlegte. Das von der Mondgöttin Selene geborene Untier wurde daraufhin an den Himmel versetzt und gehört zu den markanten Bildern des Frühlings. Sein hellster Stern heißt Regulus, ebenso wie Spika, die südöstlich im Bild Jungfrau leuchtet, lässt er sich selbst am aufgehellten Stadthimmel erspähen. Hoch im Südwesten glänzen die Zwillinge, darunter Prokyon im Kleinen Hund. Sirius im Großen Hund funkelt knapp über dem Horizont, der Orion steht tief im Südwesten. Im Norden prangt unübersehbar der Große Wagen. Die etwa fünffache Verlängerung seiner hinteren Kastensterne führt auf den Polarstern an der Deichselspitze des Kleinen Wagens. Im Nordwesten steht der Fuhrmann mit Kapella, als Gegenpart im Nordosten blinkt Bootes mit Arktur.

Planeten, Mond, Meteore

Während Merkur unsichtbar bleibt, lässt sich Venus nach Sonnenuntergang in der Dämmerung im Westen beobachten; Ende April geht der helle "Abendstern" erst kurz nach 23 Uhr unter. Mars im Schützen schmückt den Morgenhimmel, wo er am 2. April an Saturn vorbei wandert. Am 8. April gesellt sich zu dem Planetenduo der abnehmende Halbmond. Wer sich diesen Himmelsanblick gegen 4 Uhr morgens nicht entgehen lassen will, sieht halbhoch im Süden auch noch Jupiter in der Waage. Der Fahrplan des Erdtrabanten: Letztes Viertel ist am 8., Neumond am 16., Erstes Viertel am 22. und Vollmond am 30. April. Um den 16. April flitzt die eine oder andere Sternschnuppe der Sigma-Leoniden über das Firmament.

Am 22. April zeigt sich das Maximum der Lyriden, stündlich leuchten dann bis zu 20 Sternschnuppen auf. Bis Mitte April werden aufmerksame Beobachter nach Einbruch der Dämmerung im Westen zudem eine leichte Aufhellung des Himmels bemerken: das Zodiakallicht. Es entsteht, weil unzählige kleine Teilchen in der Planetenbahnebene das Sonnenlicht reflektieren.

© SZ vom 03.04.2018

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