Astronomie Sternenhimmel im November

Warum es im Sternbild Perseus blinkt und es sich lohnt, für Sternschnuppen lange wach zu bleiben.

Von Helmut Hornung

Highlight: Die Kassiopeia fällt durch die w-förmige Anordnung ihrer hellsten Sterne auf. Derzeit steht das Bild hoch im Norden gewissermaßen auf dem Kopf, denn seine Kontur ähnelt dem Buchstaben "M". Östlich von Kassiopeia prangt Perseus. In dieser Konstellation leuchtet ein besonderer Stern namens Algol. Die Araber sahen in ihm einen Dämon oder Teufelskopf, der griechische Astronom Ptolemäus nannte ihn "Haupt der Medusa". Tatsächlich scheint der etwa 90 Lichtjahre entfernte Algol zu blinken: Alle 69 Stunden fällt seine Helligkeit innerhalb von circa vier Stunden auf weniger als ein Sechstel des Normallichts. Am 15. November gegen 22.30 Uhr und am 18. November um 20.10 Uhr sind diese Minima gut zu sehen. Was aber steckt hinter den seltsamen Vorgängen am Himmel? Algol gehört zu den Bedeckungsveränderlichen und besteht eigentlich aus zwei Sternen, die um ihren gemeinsamen Schwerpunkt kreisen. Wegen ihres geringen Abstandes lassen sich die beiden Sterne allerdings nicht einzeln beobachten. Da die Sichtlinie zur Erde zufällig mit der Bahnebene zusammenfällt, schiebt sich der unsichtbare Begleiter von uns aus gesehen immer wieder vor den hellen Hauptstern und bedeckt ihn dabei. Das Schattenspiel führt zu diesem periodischen Helligkeitswechsel.

Sterne und Sternbilder: Hoch im Süden schimmert jetzt das Herbstviereck; drei seiner Sterne gehören zum Pegasus, der vierte zur Andromeda. Tief im Süden blinkt Fomalhaut im Südlichen Fisch, im Südosten stehen der Stier mit Aldebaran und der offene Sternhaufen der Plejaden. Dicht über dem Südwesthorizont finden wir den Steinbock, weiter westlich und höher am Himmel die hellen Sterne des Sommerdreiecks Atair (Adler), Deneb (Schwan) und Wega (Leier). Der Große Wagen rollt tief im Norden, der Kleine Wagen steht darüber. Im Nordosten funkelt Kapella im Fuhrmann, über dem nordwestlichen Horizont haben Krone und Herkules Stellung bezogen.

Planeten, Mond, Meteore: Während Merkur und Jupiter unsichtbar bleiben, schlüpft Venus um die Monatsmitte in ihre Rolle als Morgenstern und erscheint vor Sonnenaufgang im Osten. Mars wandert vom Steinbock in den Wassermann und geht kurz vor Mitternacht unter. Saturn im Sternbild Schütze zieht sich zum Monatsende vom Abendhimmel zurück.

Neumond ist am 7., Erstes Viertel am 15., Vollmond am 23. und Letztes Viertel am 30. November. In der Nacht zum 18. November erreichen die Leoniden ihr Maximum, das mit höchstens 15 Sternschnuppen pro Stunde aber dürftig ausfallen wird.