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Singapur:Deutsche wollen sich in Prügelstrafe-Prozess schuldig bekennen

  • Zwei Leipziger, denen in Singapur wegen Vandalismus die Prügelstrafe droht, wollen sich ihrem Anwalt zufolge vor Gericht für schuldig erklären.
  • Das würde die erwartete Haftstrafe um einige Monate reduzieren.
  • Auch den Stockhieben könnten die Graffiti-Sprayer noch entgehen.

Deutschen droht Prügelstrafe

Sie drangen in ein Depot mit U-Bahn-Waggons ein und besprühten diese mit Graffiti. Nun droht den zwei jungen Männern aus Deutschland eine harte Strafe: Wer in Singapur wegen Vandalismus verurteilt wird, muss nicht nur mit einer Geld- oder Haftstrafe rechnen, sondern auch mit Stockschlägen auf den nackten Po.

Die beiden 21 und 22 Jahre alten Männer sitzen in dem südostasiatischen Stadtstaat, der für seine strengen Gesetze bekannt ist, in Untersuchungshaft. Nun wollen sich die zwei Leipziger ihrem Anwalt zufolge vor Gericht für schuldig erklären. Nach Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft sei die Zahl der Anklagepunkte schon reduziert worden, sagte ihr Verteidiger. Das würde die erwartete Haftstrafe um einige Monate reduzieren.

Wie die Männer den Stockhieben noch entgehen könnten

Die drei bis acht Stockschläge, die in Singapur auf Vandalismus stehen, werden mit einem 1,20 Meter langen und 1,2 Zentimeter dicken Stock vollstreckt. Die Nieren werden abgedeckt - damit kein bleibender Schaden entsteht, wenn der Beamte mal daneben trifft.

Diesen Qualen könnten die jungen Männer allerdings entgehen. Nach singapurischem Recht kann bei Ersttätern auf die Schläge verzichtet werden, wenn sich das von ihnen gesprühte Graffiti wieder entfernen lässt. Das Urteil gegen die Deutschen soll dem Anwalt zufolge am 5. März fallen.

© SZ.de/dpa/afis/olkl

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