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Siamesische Zwillinge getrennt:"Es ist ein Wunder"

Die Trennung der siamesischen Zwillingsmädchen Trishna und Krishna ist offenbar geglückt: Eines der Mädchen ist jetzt aufgewacht. Die beiden waren am Kopf zusammengewachsen.

Zärtlich kuschelt sich die fast dreijährige Trishna an ihre Pflegerin, öffnet die Augen, lächelt sogar. Nach der lebensgefährlichen Operation, in der zwei siamesische Zwillingsmädchen aus Bangladesch getrennt wurden, ist Trishna als erste aus dem künstlichen Koma erwacht.

Die siamesischen Zwillingsmädchen Trishna und Krishna auf Fotos des Waisenhauses.

(Foto: Foto: AFP)

"Sie sieht fantastisch aus", sagte die australische Ärztin Wirginia Maixner dem Sender ABC. Trishna nahm sofort Kontakt auf zur Pflegerin Moira Kelly, die an ihrem Bett gewacht hatte, und war zur großen Erleichterung des Ärzteteams fast ganz die Alte. "Es ist ganz Trishna, sie redet und sie verhält sich wie immer - fantastisch", sagte Neurochirurgin Maixner. Krishna, deren Kreislauf angegriffener war, solle erst später aus dem künstlichen Koma geweckt werden.

"Es ist ein Wunder"

Die Trennung der Zwillinge galt als ausgesprochen riskant. An der Operation waren 16 Spezialisten beteiligt, die sich monatelang vorbereitet hatten. "Ich glaube, es ist geglückt", sagte Maixner. Die Ärzte sind optimistischer denn je, dass die fast dreijährigen Schwestern die Marathon-Operation ohne größere Hirnschäden überstanden haben.

"Es ist ein Wunder", sagte die Pflegerin Kelly. "Ich kann es gar nicht fassen, es ist wie in einem Traum."

Die siamesischen Zwillinge waren von ihren schockierten Eltern in Pflege gegeben und im November 2007 aus einem Waisenhaus in Bangladesch nach Australien gebracht worden. In Melbourne wurden sie mit mehreren Operationen auf den großen Eingriff vorbereitet.

Im Laufe der Zeit hatten Krishna und Trishna eine Technik entwickelt, auf dem Rücken zu krabbeln und sich auf diese Art gemeinsam fortzubewegen. Jetzt müssten die beiden ihren Gleichgewichtssinn finden und neu laufen lernen, sagte die Psychologin Dianne Kenny. Das dürfte kein Problem sein, meinte sie, warnte aber vor den psychischen Herausforderungen für die Mädchen. "Wir können uns die wahnsinnigen emotionalen Anpassungsschwierigkeiten für die beiden gar nicht vorstellen", meinte sie.

© AFP/ehr/dgr

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