Schlag gegen Rauschgiftring:Ermittler stellen Chemikalien für 2,3 Tonnen Crystal sicher

  • Fahnder haben eine große Menge der Chemikalie Chlorephedrin sichergestellt. Nach BKA-Angaben könnten damit etwa 2,3 Tonnen der Droge Crystal hergestellt werden - geschätzter Straßenverkaufswert: 184 Millionen Euro.
  • Die Ermittler durchsuchten Wohn- und Geschäftshäuser in Leipzig und nahmen mehrere Personen fest.

Ermittler zerschlagen Rauschgiftring

Fahnder aus mehreren Bundesländern und Tschechien haben einen Rauschgiftring in Leipzig und Prag zerschlagen. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) mitteilte, wurde eine große Menge einer Chemikalie sichergestellt, mit der etwa 2,3 Tonnen der Droge Crystal mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von 184 Millionen Euro hergestellt werden könnten. Es handelt sich dabei um das zur Herstellung von Crystal (Methamphetamin) geeignete Chlorephedrin.

Die Ermittler durchsuchten bereits vergangene Woche 19 Wohn- und Geschäftshäuser in Leipzig und nahmen mehrere Personen fest. Dabei seien unter anderem Bargeld, Munition, gestohlene Ausweise und Dutzende Mobiltelefone sichergestellt worden. Zehn Kilogramm der Chemikalie hatte die Bande bereits für den Abtransport nach Tschechien vorbereitet.

Hauptbeschuldigter ist ein Chemie- und Pharmahändler

Dem BKA zufolge schmuggelte die Bande die Chemikalie in kleinen Mengen zwischen zehn und 20 Kilogramm nach Tschechien, wo sie in illegalen Laboren zur Herstellung von Crystal verwendet wurde. Ein Teil des so produzierten Rauschgifts wurde schließlich wieder nach Leipzig geliefert und dort an Zwischenhändler und Konsumenten verkauft.

Hauptbeschuldigter ist ein 32-jähriger Chemie- und Pharmahändler aus Leipzig. Dieser habe sich das Chlorephedrin im europäischen Ausland produzieren und nach Deutschland liefern lassen. Er täuschte die Vernichtung der Substanz vor, um sie dann illegal zur Rauschgiftproduktion weiterverkaufen zu können. Der Handel mit Chlorephedrin ist grundsätzlich erlaubt, die Chemikalie dürfe aber nur zu Forschungs- und Versuchszwecken genutzt werden, heißt es beim BKA.

"Crystal macht schnell abhängig und ist extrem gefährlich", sagte BKA-Chef Jörg Ziercke. Wenn man berücksichtige, dass im vergangenen Jahr lediglich etwa 80 Kilogramm Crystal aus dem Verkehr gezogen worden seien, stelle die Entdeckung von fast drei Tonnen einen "bedeutenden Ermittlungserfolg" dar.

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