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Saudi-Arabien:Mehr als 700 Tote bei Massenpanik in Mekka

  • Bei einer Massenpanik sind mindestens 700 Menschen in der Nähe von Mekka ums Leben gekommen.
  • Fast 900 Menschen sollen zudem bei der Pilgerfahrt Hadsch verletzt worden sein.

Mehr als 700 Tote und Hunderte Verletzte

Bei einem großen Gedränge während der islamischen Wallfahrt Hadsch sind nahe Mekka mindestens 717 Menschen getötet worden. Das teilte die saudische Zivilverteidigung mit. Mindestens 863 weitere Gläubige seien verletzt worden. Die Opfer seien in der großen Menschenmenge zerquetscht worden, berichtete der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija. Die Rettungsarbeiten seien im Gange.

Zu dem Unglück kam es demnach in der Nähe des Ortes Mina, wo die Gläubigen am dritten Tag der Wallfahrt symbolisch den Teufel steinigen. Dort hatte es in den vergangenen Jahren mehrere Baumaßnahmen gegeben, die für einen reibungslosen Strom der Pilger sorgen und einen Massenandrang verhindern sollen. Erst am Mittwoch war es an der Bahnstation in Mina aber wegen eines technischen Defekts zu einem starken Gedränge gekommen. Mehr als 200 Menschen erlitten Schwäche- und Ohnmachtsanfälle, fünf von ihnen kamen ins Krankenhaus.

Mehr als zwei Millionen Menschen auf Pilgerfahrt

Mekka in Saudi-Arabien ist die heiligste Stadt des Islam. Jedes Jahr reisen Millionen Pilger dorthin, um zu beten. Dem Koran zufolge soll jeder Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, einmal im Leben an der Pilgerreise nach Mekka teilnehmen. Nichtmuslime dürfen die Stadt nicht betreten.

Immer wieder kommt es in Mekka zu Unglücken. Erst vor zwei Wochen hatte es einen schweren Unfall gegeben, bei dem mehr als 100 Menschen ums Leben kamen. Ein Kran war auf die Große Moschee gestürzt und hatte die Decke des Gebäudes durchschlagen, in dem sich zahlreiche Gläubige aufhielten. Trotz dieses Unglücks entschieden die Behörden, den Hadsch stattfinden zu lassen.

Merkel, Steinmeier und Gauck sprechen Beileid aus

Die Bundeskanzlerin hat ihr Beileid in einem Kondolenztelegramm an den saudsichen König Salman bin Abdelasis al-Saud ausgedrückt: "Mit Bestürzung habe ich vom schweren Unglück während des Hadsch nahe Mekka erfahren, das zahlreiche Opfer gefordert hat", schrieb sie. "Ich möchte Ihnen hierzu mein tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken." Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich in Berlin bestürzt über die Massenpanik geäußert. "Ich bin erschüttert", sagte Steinmeier. Auch Bundespräsident Joachim Gauck drückte sein Mitgefühl aus. "Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass sich in Mekka kurze Zeit nach dem Kranunfall erneut ein großes Unglück zugetragen hat", schrieb Gauck an den saudischen König. "Ich möchte Ihnen, Majestät, auch im Namen meiner Landsleute, meine tief empfundene Anteilnahme aussprechen."