Rocker nach Sprengstoff-Fund festgenommen:Bandidos sollen Anschlag geplant haben

Es sollte ein "blutiger Racheakt" werden: Bandidos-Sympathisanten sollen einen Sprengstoff-Anschlag auf verfeindete Hells Angels in Berlin geplant haben. Jetzt sitzen sie in Untersuchungshaft. Die Polizei erhöht nun weiter den Druck gegen die kriminelle Rocker-Szene - und sammelt Unterlagen.

Drei Sympathisanten der Rockergruppierung Bandidos sollen einen Anschlag auf verfeindete Hells Angels in Berlin geplant haben. Die Polizei nahm die 34 bis 47 Jahre alten Verdächtigen im Juli in Rostock fest, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) jetzt mitteilte.

Razzia gegen Rockerszene

Ein Polizeiauto vor einem Vereinslokal von Rockern in Chemnitz: "Wir wissen aus Ermittlungs-Erkenntnissen, nach denen ein Anschlag in Berlin geplant gewesen sein soll."

(Foto: dpa)

Nach ersten Ermittlungen planten sie einen "blutigen Racheakt" gegen Überläufer zum Konkurrenzclub. Auf einer Fähre aus Dänemark flogen die drei Männer jedoch auf. Ermittler fanden drei Stangen - insgesamt ein Kilogramm - Sprengstoff und eine Sprengkapsel bei ihnen. Die Verdächtigen sitzen nun in der Nähe von Rostock in Untersuchungshaft. Ihnen wird Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen.

Im gesamten Bundesgebiet ist die Polizei im vergangenen halben Jahr immer wieder mit Razzien gegen die rivalisierenden Rockerbanden Bandidos und Hells Angels vorgegangen. Nun erhöht die Polizei den Druck auf die kriminelle Szene weiter.

In drei Bundesländern durchsuchten am Mittwoch knapp 100 Polizisten elf Wohnungen von ehemaligen Hells Angels. Ziel war laut eines Polizeisprechers, das Verbot der Hells Angels Berlin City durchzusetzen und Strukturen zu erhellen. Festgenommen wurde niemand. Die Ermittler stellten in Brandenburg und Baden-Württemberg aber verbotene Bekleidung sowie Unterlagen sicher, die jetzt ausgewertet werden sollen.

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