Prozessbeginn:Schwere Vorwürfe gegen R. Kelly

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Prozessbeginn: Vor wenigen Wochen wurde Sänger R. Kelly zu 30 Jahren Haft verurteilt. Nun beginnt ein weiterer Prozess gegen ihn (Archivbild).

Vor wenigen Wochen wurde Sänger R. Kelly zu 30 Jahren Haft verurteilt. Nun beginnt ein weiterer Prozess gegen ihn (Archivbild).

(Foto: Amr Alfiky/dpa)

"Der Angeklagte Robert Kelly hatte Sex mit mehreren Kindern", wirft die Staatsanwaltschaft dem Musiker zu Beginn eines neuen Prozesses vor. Darin soll auch ein mutmaßliches Opfer aussagen.

Zum inhaltlichen Start des neuen Prozesses gegen Ex-Popstar R. Kelly hat die Staatsanwaltschaft schwere Vorwürfe gegen den 55-Jährigen erhoben. "Der Angeklagte Robert Kelly hatte Sex mit mehreren Kindern. Er machte Videobänder von sich selbst beim Sex mit kleinen Kindern", sagte Ankläger Jason Julien dem TV-Sender CNN zufolge in seinem Eröffnungsplädoyer in Chicago.

Nur wenige Wochen nach seiner Verurteilung zu 30 Jahren Haft wegen des Missbrauchs Minderjähriger ist Kelly in Chicago in 13 Punkten angeklagt: Unter anderem wegen der Herstellung von Kinderpornografie in mehreren Fällen, der Verleitung Minderjähriger zu sexuellen Handlungen und der Behinderung der Justiz. Auch zwei seiner früheren Angestellten sind angeklagt. Der Prozess soll etwa einen Monat dauern. Kelly droht auch diesmal eine jahrzehntelange Haft.

Ankläger Julien kündigte an, dass ein mutmaßliches Opfer Kellys aussagen werde: Die damals 14-Jährige war demnach in einem vor mehr als 20 Jahren gedrehten Video zu sehen. Es soll dokumentieren, wie der Musiker sie sexuell missbraucht und auf sie uriniert hat.

Das Video, das 2019 bekannt wurde, soll in dem Prozess eine zentrale Rolle spielen. Kelly war in einem früheren Prozess zu dem Fall 2008 freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun vor, das Opfer damals unter Druck gesetzt zu haben, damit sie nicht in dem Prozess aussagt.

Kellys Anwältin Jennifer Bonjean betonte bei ihrem Eröffnungsplädoyer gegenüber den zwölf Geschworenen in Anwesenheit Kellys, dass die angekündigte Aussage der Zeugin im Widerspruch mit ihren Darstellungen in der Vergangenheit stehe: "In den letzten 22 Jahren hat sie unerbittlich bestritten, dass sie es in diesem Video war. Bevor es zu strafrechtlichen Ermittlungen kam, hat sie es bestritten. Sie hat es wiederholt gegenüber Staatsanwälten bestritten, sie hat es gegenüber Sozialarbeitern und Polizeibeamten bestritten. Sie hat es unter Eid bestritten vor einer Grand Jury."

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