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Königliche Verwandtschaft:Was die Queen mit Deutschland verbindet

Royal Ascot

Auch der Ehemann der Queen, Prinz Philip, entstammt deutschen Adelsgeschlechtern.

(Foto: REUTERS)
  • Deutsche Wurzeln: Von 1714 an wurde das Empire in Personalunion mit dem Kurfürstentum Hannover regiert.
  • Das Haus Sachen-Coburg und Gotha kam ins Spiel, als die britische Königin Victoria 1840 den von dort stammenden Prinzen Albert heiratete.
  • Die Verbindungen zu Deutschland vertiefte Elizabeth, als sie einen Gatten aus einem deutschen Adelsgeschlecht wählte: Prinz Philip.

Zu Besuch in Deutschland - das ist für Elizabeth II. immer auch ein Besuch in der Heimat ihrer Verwandtschaft. Denn das britische Königshaus hat deutsche Wurzeln. Welche die Königin selbst vertiefte, als sie zum Missfallen ihrer Mutter einen Gatten aus einem deutschen Adelsgeschlecht wählte: Prinz Philip. Das war kurz nach dem Krieg. Die vielen Verbindungen sind jedoch nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar, weil die britischen Royals ihre deutschen gegen englische Familiennamen eintauschten. Schon früher war das, hatte aber auch mit Krieg zu tun.

Die Queen stammt eigentlich aus dem Hause Sachsen-Coburg und Gotha. Doch ihr Großvater, König Georg V., taufte die Familie 1917 in Windsor um - nach ihrem Wohnsitz Windsor Castle. Das war mitten im Ersten Weltkrieg, die Deutschen waren der Erzfeind - und deutsche Familienbande eher unangenehm. Der letzte Kaiser Wilhelm II. und auch Zar Nikolaus II. in Russland waren Cousins ersten Grades von König George V. Anders als ihre unglückselige Verwandtschaft schafften es die Windsors, die Monarchie am Leben zu erhalten.

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Der Weihnachtsbaum - ein erster deutscher Exporterfolg dank königlicher Hilfe

Der Gatte der Queen, Prinz Philip, stammt aus dem hessischen Hause Battenberg - daraus wurde im Ersten Weltkrieg Mountbatten. Zudem ist er väterlicherseits verbunden mit dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, das wiederum mit dem dänischen Königshaus verwandt ist: Ergebnis der eifrigen Hochzeitspolitik des deutschen Adels in der Vergangenheit.

Die Briten stellen die deutschen Wurzeln ihres Königshauses normalerweise nicht in der Vordergrund, aber das vergangene Jahr war hier eine Ausnahme. Da galt es nämlich, 300 Jahre Thronbesteigung durch das Haus Hannover zu begehen. Die BBC widmete dem Thema gar eine Serie mit dem schönen Namen "The First Georgians: the German Kings Who Made Britain", also die deutschen Könige, die Großbritannien erschufen.

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Von 1714 an wurde das Empire in Personalunion mit dem Kurfürstentum Hannover regiert, und die ersten vier Könige hießen wenig einfallsreich George I. bis George IV.

Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha kam schließlich ins Spiel, als die britische Königin Victoria 1840 den von dort stammenden Prinzen Albert heiratete. Der im Volk sehr beliebte Gatte brachte eine alte deutsche Tradition mit ins Königreich: den Christbaum zu Weihnachten. Bilder von dem geschmückten Baum der königlichen Sippe erschienen, und die Untertanen nahmen diesen exotischen Brauch der Familie ihres Staatsoberhaupts gerne auf. Das war dann wohl ein früher Exporterfolg made in Germany.