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Quannengshen-Bewegung:Vater und Tochter in China hingerichtet

  • In China sind ein Mann und seine Tochter wegen der Tötung einer Frau in einer McDonald's-Filiale hingerichtet worden.
  • Sie sollen auf die Frau eingeschlagen haben, weil sie sich weigerte, ihnen ihre Handynummer zu überlassen.
  • Die beiden Hingerichteten gehörten der verbotenen religiösen Bewegung Quannengshen an - übersetzt bedeutet das etwa "Kirche des Allmächtigen Gottes".
  • Nach dem tödlichen Vorfall im Mai 2014 nahmen die Behörden etwa tausend Quannengshen-Mitglieder fest.

Opfer sollte als Quannengshen-Mitglied angeworben werden

Zwei Mitglieder der verbotenen religiösen Bewegung "Kirche des Allmächtigen Gottes" in China sind wegen der Tötung einer Frau in einer McDonald's-Filiale hingerichtet worden. Der Mann und seine Tochter seien am Montag exekutiert worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Drei weitere Angeklagte, die ebenfalls der Gruppe Quannengshen angehören, erhielten wegen des Vorfalls vom Mai vergangenen Jahres Haftstrafen zwischen sieben Jahren und lebenslang.

Vater und Tochter waren von einem Gericht in der ostchinesischen Provinz Shandong wegen Totschlags zum Tode verurteilt worden. Sie sollen brutal auf die Frau eingeschlagen haben, weil sie sich weigerte, ihnen ihre Handynummer zu geben. Medienberichten zufolge sollte das Opfer als Mitglied der religiösen Bewegung angeworben werden.

An was die Bewegung glaubt

Die Bewegung Quannengshen verbindet Elemente der christlichen Lehre mit dem Glauben, dass Christus als chinesische Frau auf die Erde zurückgekehrt ist. Die Bewegung wurde von der chinesischen Regierung in den Neunzigerjahren verboten. Der Agentur Xinhua zufolge sind ihre Gründer im Jahr 2000 in die USA ausgewandert.

In den chinesischen Staatsmedien wurde am Montag ausführlich über die Hinrichtung berichtet. Der Fernsehsender CCTV zeigte Aufnahmen des Prozesses sowie ein Video der Tat in der McDonald's-Filiale. Dieses war nach dem Vorfall im Internet aufgetaucht. Es zeigt einen Mann, der mit einer Stange ausholt und "Zum Teufel mit dir" ruft, während eine Frau "Töte sie! Schlag sie tot!" schreit und Kunden in Panik aus dem Schnellrestaurant rennen. In dem etwa dreiminütigen Handyvideo ist nur ein Bruchteil einer Sekunde lang das mutmaßliche Opfer zu sehen.

Wie die Behörden mit Religionsgruppen umgehen

Insgesamt hatten die Behörden nach der Tat etwa tausend Quannengshen-Mitglieder festgenommen. Laut der Agentur Xinhua werden sie für zahlreiche Suizide und weitere Morde verantwortlich gemacht, viele der Opfer waren demnach Familienmitglieder der Festgenommenen. Im Jahr 2012 wurden fast tausend Anhänger der Bewegung festgenommen, als sie die Ankunft eines "weiblichen Jesus" meldete und die kurz bevorstehende "Apokalypse" vorhersagte, welche zum Sturz der chinesischen Regierung führen werde.

Auf der Website der "Kirche des Allmächtigen Gottes" distanzierten sich nach dem Tod der Frau mehrere Mitglieder von der brutalen Tat. Gleichzeitig warfen sie der Staatsführung in Peking vor, den Vorfall als Vorwand zur Niederschlagung der Bewegung zu nutzen.

Die regierende Kommunistische Partei greift mit äußerster Härte gegen religiöse Bewegungen durch, die sie als Bedrohung ihrer Macht ansieht. Bekanntestes Opfer ist die Falungong-Bewegung, die nach eigenen Angaben allein in China Millionen Anhänger zählt. Die vom Buddhismus und Hinduismus inspirierte Bewegung war 1999 nach einer friedlichen Zusammenkunft Tausender Anhänger in Peking verboten worden. Seitdem wurden Zehntausende Mitglieder Menschenrechtsgruppen zufolge inhaftiert und in einigen Fällen auch gefoltert, weil sie sich weigerten, ihren Glauben aufzugeben.