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Promiblog zu Amy Adams:Sie versteht keinen Spaß

Amy Adams

Geprägt von den Mormonen: Amy Adams.

(Foto: dpa/Süddeutsche.de)

Amy Adams, derzeit als Lois Lane im Kino zu sehen, ist - nach allem was man weiß - ein nettes Mädchen. Und: Sie kann offenbar gar nicht anders. Schuld daran sei ihre Kindheit bei den Mormonen, sagt die Schaupielerin jetzt in einem Interview.

Dass sie ein richtig böses Mädchen ist, nimmt man Amy Adams eh nicht ab. Die 38-jährige Schauspielerin wurde schließlich mit naiv-stereotypen Frauenfiguren bekannt; und auch privat gehört sie nicht zu den Hollywood-Größen, die mit Schlagzeilen über Drogen- oder Partyexzesse, wechselvolle Beziehungen oder sonstige moralisch fragwürdige Aktivitäten von sich Reden machen. Seit mehr als zehn Jahren schon ist sie mit Darren Le Gallo liiert. Adams scheint, nach allem was man so weiß, ein nettes Mädchen zu sein. Und das liegt offenbar auch daran, dass sie in einer Mormonenfamilie aufwuchs.

In der britischen Boulevardzeitung The Sun spricht Adams, die derzeit im neuen Superman-Film Man of Steel zu sehen ist, offen über die Folgen ihrer religiösen Erziehung. "Ich bin sehr streng zu mir selbst", sagt sie. "Religiöse Schuldgefühle befördern das noch. Man kann sich nicht wirklich daneben benehmen, ohne dass man sich deswegen schlecht fühlt - zumindest ich kann das nicht. Sogar wenn ich mit Freunden ausgehe und wir in Bars oder Clubs einen draufmachen. Ich wache am nächsten Morgen auf und fühle mich ein bisschen schlecht, weil ich zu viel Spaß gehabt habe." Außerdem würde sie wohl ihr ganzes Leben lang die Last einer Lüge spüren.

Die mormonische Lebensweise wurde in den vergangenen Jahren heftig diskutiert, nicht zuletzt weil Mitt Romney, republikanischer Herausforderer Obamas bei der Wahl 2012, ebenfalls der Kirche angehört. Die Religion schreibt ihren Anhängern vielfältige Enthaltsamkeit vor, zum Beispiel bei Kaffee, Zigaretten und vorehelichem Sex.

Zwar wurde Adams' Familie wegen der Trennung der Eltern aus der Kirche ausgeschlossen, als die Schauspielerin elf Jahre alt war, doch sie sagt der Sun: "Ich bin als Mormonin aufgewachsen und das hatte größeren Einfluss auf meine Wertvorstellungen als auf meinen Glauben." Sie befolge die Gebote der Mormonen zwar nicht, sagt Adams, aber sie ziehe aus der Lehre noch immer das Bewusstsein, "Leuten um mich herum eine Freude zu machen, in dem man positiv und hoffnungsvoll ist."

Auf der Fähigkeit, Leuten eine Freude zu machen, hat Adams inzwischen eine stattliche Karriere aufgebaut. Laut Forbes-Magazin gehört sie zu einer der bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods, schon mehrfach wurde sie für den Oscar nominiert. Und auch wenn sie ebenso gut mit einem Ehrenpreis für Moralapostel ausgezeichnet werden könnte, völlig spaßbefreit ist auch Adams nicht: Als sie ihren Filmpartner Henry Cavill das erste Mal im Superman-Kostüm gesehen hat, habe sie einen Kicheranfall bekommen, sagt Adams. Und zur Begründung: "Es war irgendwie überwältigend."

Ist sie nicht nett?