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Österreich:Schlag gegen Internet-Kinderpornographie

Die Spuren führten durch ganz Europa: Dem österreichischen Bundeskriminalamt ist ein Schlag gegen einen Kinderpornographie-Ring im Internet gelungen.

Schlag gegen Kinderpornographie im Internet: In Zusammenarbeit mit Europol ist das österreichische Bundeskriminalamt (BK) auf insgesamt 221 Verdächtige in 18 europäischen Staaten und Kanada gestoßen. 115 mutmaßlich an dem kriminellen Ring beteiligte Menschen wurden nach langwierigen Ermittlungen festgenommen, teilte das BK mit.

Ein Kriminalbeamter sichtet auf einem Fahndungscomputer Material zur Kinderpornographie.

(Foto: Foto: ddp)

Die jetzt beendete Operation "Typhon" sei 2007 ins Leben gerufen worden, nachdem das BK auf die Webseite eines österreichischen Betreibers gestoßen war, die zur Verbreitung von Kinderpornographie missbraucht wurde.

Mehr als 9700 verdächtige Bilder seien auf dem Server sichergestellt worden, hieß es. Seither sei es zu zahlreichen Hausdurchsuchungen und Festnahmen gekommen, zuletzt im vergangenen November, sagte Europol-Sprecher Sören Pedersen.

Ermittlungen gab es unter anderem in Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und Dänemark. Europol ist die Europäische Polizeiamt mit Sitz in Den Haag (Niederlande).

Verschärfung der Strafen gefordert

Erst am Mittwoch hatte die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gefordert, Kinderpornographie durch internationale Zusammenarbeit aus dem Internet zu verbannen. Leutheusser-Schnarrenberger hatte in der ARD gesagt: "Keine Kinderpornographie im Internet, das ist im Interesse der Regierungen." Die Ministerin sprach davon, notfalls das Löschen entsprechender Internet-Seiten mit Rechtshilfeersuchen innerhalb kürzester Zeit in die Wege leiten zu können.

Diese Überlegungen hält die Deutsche Kinderhilfe für utopisch: "In der Praxis dauern Rechtshilfeersuchen, die über die Justizbürokratien beantragt und bewilligt werden müssen, nicht wenige Stunden, sondern Wochen und Monate."

Die Deutsche Kinderhilfe forderte in Berlin, "unverzüglich ein Gesetz zur Verschärfung des Strafmaßes auf fünf Jahre einzubringen. Nur so könne die Ministerin beweisen, dass sie ernsthaft gegen Kinderpornographie vorgehen wolle. Das habe sie bislang kaum erkennen lassen: "Eine der ersten Amtshandlungen der Bundesjustizministerin war es, in den Koalitionsverhandlungen darauf zu drängen, das bereits verabschiedete Gesetz zum 'Access Blocking' kinderpornographischer Seiten zum Scheitern zu bringen", hieß es in einer Mitteilung des Vereins.

© dpa/ehr

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