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Naturkatastrophe:Dutzende Tote nach Erdbeben in Mexiko

  • Bei einem schwerden Erdbeben vor der Pazifikküste Mexikos sind mindestens 61 Menschen ums Leben gekommen.
  • Zahlreiche Gebäude wurden zerstört, zeitweise waren 1,5 Millionen Menschen ohne Strom. Angesichts der Stärke des Bebens scheint das Land aber relativ glimpflich davongekommen zu sein.
  • Küstenbewohner wurden zeitweise aufgerufen, sich wegen einer möglichen Tsunamigefahr in Sicherheit zu bringen.

Eines der kräftigsten Erdbeben in der Geschichte Mexikos hat an der Südküste des Landes mindestens 61 Menschen getötet und schwere Schäden verursacht. In einer Fernsehansprache am Freitagabend (Ortszeit) rief Präsident Enrique Peña Nieto deine dreitägige Staatstrauer aus.

Hunderte Gebäude stürzten ein, Menschen rannten in der Nacht panisch auf die Straßen. Aus Furcht vor einem Tsunami wurden Städte an der Pazifikküste geräumt. Mit Hurrikan "Katia" bahnte sich weiteres Unheil an. Das Beben ereignete sich in der Nacht zum Freitag und war stark genug, um noch in der mehr als 1000 Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt Häuser zum Wackeln zu bringen.

Erdbeben in Mexiko

Zerstörte Häuser, Menschen in Angst

Die Gewissheit, auf wackeligem Untergrund zu leben, gehört seither zum Selbstverständnis der Menschen. Die Mexikaner wussten immer, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis zum nächsten großen Beben.

Als nun die die Erde im gesamten Süden Mexikos zitterte, war das keine kurze Erschütterung. Einwohner der Küstenregion berichten der SZ, es sei das längste und stärkste Beben gewesen, das sie je erlebt haben. Präsident Enrique Peña Nieto bestätigte dies wenige Stunden später: In einer eilig einberufenen Pressekonferenz sprach er vom schwersten Beben in Mexiko seit 100 Jahren.

Erdbeben in Mexiko

Der Erdbebenherd lag vor der Pazifikküste des Landes, 120 Kilometer südwestlich des Ortes Tres Picos in Mexikos ärmstem Bundesstaat Chiapas. Erschütterungen waren in zwölf Bundesstaaten sowie in der etwa 1000 Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt zu spüren. Im Laufe der folgenden Stunden verzeichnete das US-Geologieinstitut USGS mehr als 50 Nachbeben. Präsident Nieto warnte, es müsse mit weiteren starken Beben zu rechnen sein. Das Seismologische Institut Mexikos verzeichnete bereits mehrere Hundert Nachbeben, das größte mit einer Stärke von 6,1.

Im unter Touristen beliebten Bundesstaat Oaxaca gab es mehrere Tote. Am schlimmsten wurde dort die Stadt Juchitán getroffen, unter anderem stürzte ein Teil des Rathauses ein. Zeitweise waren 1,5 Millionen Menschen im Land wegen des Bebens ohne Strom. Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Krankenhaus wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte.

Bereits kurz nach dem Beben teilte das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum mit, dass es großräumig zu gefährlichen Tsunami-Wellen kommen könnte. Diese seien an den Pazifikküsten von Mexiko, Guatemala, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua, Panama, Honduras und Ecuador möglich. An mehreren Stellen gab es Hinweise auf ein Zurückziehen des Meeres. Experten meldeten aber nur kleinere Tsunamiwellen. In Oaxaca und Chiapas riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe vorsorglich auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Regierung Ecuador ordnete außerdem die Evakuierung mehrerer Galapagos-Inseln an.

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Über die exakte Stärke des Bebens gibt es unterschiedliche Angaben. Die US-Erdbebenwarte sprach von einer Stärke von 8,0, die mexikanischen Behörden gaben hingegen den Wert 8,4 an. Präsident Nieto wählte die Mitte und sprach über ein Beben der Stärke 8,2. Auch zur Tiefe des Bebenherdes existieren Daten zwischen 19 und 50 Kilometern.

Die betroffene Region liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. 1985 lag das Epizentrum in Zentralmexiko, etwa 70 km nordwestlich der Hafenstadt Lázaro Cárdenas im Bundesstaat Michoacán. Die Tausenden Toten waren dem Land eine Lehre. Die Bauvorschriften wurden seitdem deutlich verschärft, ein umfassendes Erdbebenfrühwarnsystem wurde eingeführt. Das könnte das Land, nach gegenwärtigem Kenntnisstand, vor einer größeren humanitären Katastrophe bewahrt haben.