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Nach Missbrauch in Kinderheim:"Spatzennest"-Leiter muss sechs Jahre ins Gefängnis

Er gründete und leitete das Kinderheim in der Pfalz - und verging sich mehrfach an seinen Schützlingen: Der Leiter des "Spatzennests" ist zu fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt werden. Er darf jedoch weiterhin als Psychologe arbeiten.

Fast sechs Jahre Haft für den früheren Leiter des Kinderheims "Spatzennest": Das Landgericht Kaiserslautern hat den 44 Jahre alten Psychologen und Familientherapeuten des Kindesmissbrauchs für schuldig befunden und zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft und ein lebenslanges Berufsverbot gefordert, die Nebenklägerinnen bis zu elf Jahre. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte zwischen 1994 und 2006 mehrere Mädchen in dem von ihm begründeten und geführten Kinderheim im Ramsen im Donnersbergkreis sexuell missbraucht hatte.

Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert, da erhebliche Zweifel an den Aussagen der Opfer bestünden. Der Angeklagte selbst hatte die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Ein Berufsverbot, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, verhängte das Gericht nicht.

Der Angeklagte war im August 2008 wegen ähnlicher Vorwürfe bereits zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Danach hatte eines der Opfer sich an die Staatsanwaltschaft gewandt und neue Vorwürfe erhoben.

Das Kinderheim ist inzwischen geschlossen.