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Geldwäsche und Bandenkriminalität:Mexiko friert mehr als 1300 Konten ein

Kriminalität in Mexiko

Madera, Mexiko, im vergangenen Jahr: Ein Polizist steht Wache vor einer Wand mit Einschusslöchern.

(Foto: dpa)

Sie sollen genutzt worden sein, um etwa 125 Millionen Dollar für 14 kriminelle Gruppen zu waschen, zu denen auch einige der größten Drogenkartelle Mexikos gehören.

Im Kampf gegen Geldwäsche und Bandenkriminalität hat Mexiko 1352 Konten eingefroren. Sie seien genutzt worden, um etwa 125 Millionen Dollar für 14 kriminelle Gruppen zu waschen, zu denen auch einige der größten Drogenkartelle Mexikos gehören, wie der Polizeichef von Mexiko-Stadt, Omar Garcia Harfuch, am Dienstag sagte. Er selbst hatte kürzlich einen Mordversuch des Jalisco-Kartells überlebt. Insgesamt wurden knapp 2,7 Milliarden Peso (rund 108 Millionen Euro) eingefroren, wie der Chef des Nachrichtendienstes des mexikanischen Finanzministeriums, Santiago Nieto, am Dienstag mitteilte.

Beamte in Mexiko-Stadt haben lange abgestritten, dass die Kartelle auch in der Hauptstadt tätig sind, jedoch eingeräumt, dass Mitglieder in Mexiko-Stadt kommen und gehen. Die in der Stadt konzentrierten Banken spielen augenscheinlich eine große Rolle bei der Geldwäsche der Gangs. Es gebe jedoch keine Beweise, dass Kriminelle, die von Geschäften in der Hauptstadt im Namen des Jalisco-Kartells Schutzzahlungen erpressen, tatsächlich zu der Bande gehören, erklärte Omar Garcia Harfuch. Unabhängige Kriminelle nutzten ihm zufolge auch den Namen des Kartells, um Opfer einzuschüchtern.

Bei der Reihe von Razzien und Festnahmen der Polizei und der für den Kampf gegen Geldwäsche zuständigen Bundesbehörde sind seit April 61 Verdächtige geschnappt worden, die an Erpressung, Mordfällen, Raub und andere Verbrechen beteiligt gewesen sein sollen.

Der Großraum der mexikanischen Hauptstadt ist mit 22 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Nordamerikas. In der ersten Jahreshälfte 2020 wurden in Mexiko, das knapp 130 Millionen Einwohner hat, laut offizieller Statistik fast 99 Mordopfer pro Tag gezählt - noch etwas mehr als im Vorjahr. Zudem gelten mehr als 73 000 Menschen als verschwunden. Die Gewalt in dem lateinamerikanischen Land geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die teilweise Verbindungen zu Sicherheitskräften haben. Die meisten Verbrechen werden in Mexiko nie aufgeklärt.

© SZ.de/ap/dpa/jsa/hij
March 11, 2020, San Diego, CA, USA: DEA agents fanned out across the United States Wednesday, March 11, 2020, culminatin

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