Menschenhandel Polizei ermittelt gegen 79-Jährige wegen Zuhälterei

Es geht um den Verdacht der Zwangsprostitution. Gemeinsam mit ihrem Sohn soll die Seniorin junge Mädchen aus Osteuropa in Bordelle nach Niedersachsen gelockt haben.

Es geht um Zwangsprostitution und Menschenhandel, verdächtigt wird eine ältere Dame. Im Landkreis Aurich in Niedersachsen ermittelt die Polizei gegen die 79-jährige Frau und zwei Männer, 23 und 51 Jahre alt. Bei dem Älteren soll es sich laut Staatsanwaltschaft um den Sohn der Frau handeln. Den drei Beschuldigten wird vorgeworfen in Osteuropa junge Mädchen angeworben und nach Deutschland gelockt zu haben - mit dem Versprechen auf ein besseres Leben.

Nach ihrer Ankunft mussten die jungen Frauen zwischen 18 und 25 Jahren in Bordellen in Südbrookmerland und Neermoor arbeiten und wurden finanziell ausgebeutet. Die Beamten untersuchten am Donnerstagvormittag sechs Gebäude, darunter Wohnungen und Bordelle. Die 79-Jährige und ihr Sohn wurden bei den Razzien festgenommen.

Während der 51-Jährige in Untersuchungshaft kam, wurde der Haftbefehl gegen die Seniorin wegen geringer Fluchtgefahr außer Vollzug gesetzt. Die Frau muss sich allerdings an verschiedene Auflagen halten, zum Beispiel muss sie sich regelmäßig bei der Polizei melden. Zudem wurde ihr jeglicher Kontakt zu den beiden Männern und den Frauen untersagt. Auch der 23-Jährige wurde bislang nicht verhaftet.

Prostitution "Das Gesetz geht an der Realität der Sexarbeiterinnen vorbei"

Prostitutionsschutzgesetz

"Das Gesetz geht an der Realität der Sexarbeiterinnen vorbei"

Prostituierte müssen sich von 1. Juli an bei der Stadt München anmelden - zu ihrer eigenen Sicherheit, sagt die Politik. Doch der "Hurenpass" stößt auf heftige Kritik.   Von Anna Hoben