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Lawinenunglück in Afghanistan:Tod in den Schneemassen

Eine Lawine reißt auf einem Bergpass in Afghanistan mehr als 160 Menschen in den Tod, viele werden in ihren Autos verschüttert. Die Bergung kommt wegen anhaltender Lawinengefahr langsam voran.

Ein Lawinenunglück auf einer Passstraße im Norden Afghanistans hat mindestens 166 Menschen in den Tod gerissen. Die Einsatzkräfte konnten bis Mittwoch 2600 Menschen aus den Schneemassen befreien, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte.

Afghanistan, Lawine, AP

Ein afghanischer Soldat trägt ein verletztes Kind. Bei dem verheerenden Lawinenunglück in Nordafghanistan kamen mindestens 160 Menschen ums Leben.

(Foto: Foto: AP)

Die Schneemassen verschütteten am Montagabend zahllose Autos am 3800 Meter hoch gelegenen Salang-Pass, der Kabul mit der im Norden gelegenen Stadt Masar-i-Scharif verbindet. Etwa 1500 Menschen waren nach dem Unglück zunächst von der Außenwelt abgeschnitten, sie konnten aber gerettet oder zumindest versorgt werden.

Rettungskräfte sind ununterbrochen im Einsatz, um Verschüttete zu bergen und die gestrandeten Autofahrer zu versorgen. Militärhubschrauber werfen Nahrungsmittelpakete ab.

Da die Gefahr bestehe, dass noch weitere Lawinen abgehen, gehe die Arbeit nur langsam voran, erklärte General Abdul Rahman Sajedchail, der Polizeichef der Provinz Parwan. Bei der Befreiung von Autos aus den Schneemassen werden Polizisten und Sanitäter von 500 afghanischen Soldaten unterstützt.

Viele Verletzten wurden mit Hubschraubern der alliierten Truppen zur medizinischen Behandlung zum Stützpunkt Bagram geflogen, wie das afghanische Verteidigungsministerium mitteilte.

Auslöser der Lawinen, die etwa 3,5 Kilometer der Straße überrollt hätten, sei ein Schneesturm gewesen, erklärte der amtierende Minister für öffentliche Arbeiten, Suhrab Ali Safari. "Unglücklicherweise wurde die Straße komplett blockiert. Wir arbeiten von beiden Seiten, von Norden und Süden", sagte Safari.

Schon in der vergangenen Woche habe es kleinere Lawinen gegeben. Bei dem Schneesturm habe die Sichtweite nur bei zwei Metern gelegen.

In Afghanistan wüteten in den vergangenen Tagen die heftigsten Regen- und Schneefälle seit 50 Jahren. Davor war das Land von monatelanger Dürre betroffen.