bedeckt München 16°

Landgericht Fulda:Haftstrafe für falschen Polizisten wegen sexuellen Missbrauchs

  • Das Landgericht Fulda hat einen 24-Jährigen wegen Vergewaltigung, Körperverletzung, Nötigung, Amtsanmaßung und sexuellen Missbrauchs verurteilt.
  • Der Mann hatte sich unter anderem als Polizist ausgegeben und vorgegeben, er müsse seine Opfer auf Drogen durchsuchen.

Mehr als neun Jahre trieb der Mann sein Unwesen - zwischen Februar 2005 und Ende Juni 2014 in Hessen und Hamburg. Seine Opfer fand er auf offener Straße. Jetzt ist der 24-Jährige vom Landgericht Fulda zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Tarnung als Polizist

Der Angeklagte hatte sich als Polizist, Bademeister und Detektiv ausgegeben, um Mädchen sexuell zu missbrauchen: Unter dem Vorwand, sie auf Drogen, Diebesgut oder mögliche Krankheitserreger untersuchen zu müssen, tastete er seine zwischen zehn und 17 Jahre alten Opfer von oben bis unten ab. Eine 17-Jährige vergewaltigte er.

Der Mann habe sich der Vergewaltigung, Körperverletzung, Nötigung, Amtsanmaßung und des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht, befanden die Richter.

Die Polizei hatte nach den ersten Anzeigen mehrere Jahre nach dem Mann gesucht, drei Phantombilder herausgegeben und ihn schließlich auf Überwachungsvideos einer Straßenbahn erkannt. Die Beamten nahmen den Mann in Kassel fest. Seit Anfang August sitzt er in Untersuchungshaft.

Nicht alle angeklagten Fälle nachgewiesen

Vor Gericht hatte der Angeklagte einige seiner Taten gestanden. Die Richtert verurteilte den Mann aber nur in 13 von insgesamt 25 angeklagten Fällen, die übrigen konnten ihm nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der Angeklagte bei der ersten Tat selbst erst 14 Jahre alt war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© Süddeutsche.de/dpa/feko/olkl

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite