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Kritik an Tebartz-van Elst:Zollitsch zeigt "kollegiale Solidarität"

Herbstvollversammlung Deutsche Bischofskonferenz

Erzbischof Zollitsch stellt sich hinter den umstrittenen Bischof Tebartz-van Elst - übt aber auch Kritik

(Foto: dpa)

Autoritärer Führungsstil, angebliche Verschwendung: Der Bischof von Limburg, Tebartz-van Elst, steht unter massivem Druck. Nun hat Erzbischof Zollitsch ihm seine "kollegiale Solidarität" ausgesprochen - ihn aber auch kritisiert.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat dem umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nach heftiger Kritik nun den Rücken gestärkt.

Er stehe aus "kollegialer Solidarität´" hinter Tebartz-van Elst, sagte er. "Ich unterstütze ihn nach Kräften" zum Abschluss der Herbstvollversammlung am Freitag in Fulda.Wichtig sei nun, dass die Wunden im Bistum heilen und die Gläubigen mit dem Bischof wieder einen gemeinsamen Weg beschreiten könnten.

Tebartz-van Elst steht wegen seines Führungsstils und angeblicher Verschwendung unter massiver Kritik. Es geht dabei unter anderem um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien, wo er die Slums von Bangalore besucht hatte, sowie um drastische Kostensteigerungen beim Ausbau seines Bischofssitzes. Dabei wird der Bischof für den Anstieg der Baukosten von ursprünglich veranschlagten 5,5 Millionen Euro auf laut Medienberichten 15 bis 20 Millionen Euro verantwortlich gemacht.Anfang September hatten etwa 4400 Menschen einen Protestbrief an den Limburger Bischof unterschrieben.

Beim Auftakt des Bischofstreffens am Montag hatte Zollitsch Tebartz-van aus diesem Grund noch scharf kritisiert: "Die ganze Kirche in Deutschland leidet darunter. Wir alle sind davon betroffen."

Eine Kommission soll nun untersuchen, warum der Bischofssitz so teuer geworden ist. Mit Spannung wird auch das Ergebnis des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Tebartz-van Elst erwartet. Dabei geht es um die Aussagen über einen teuren Flug nach Indien - im Raum steht der Vorwurf einer falschen Versicherung an Eides Statt. In Betracht kommen eine Einstellung, ein Strafbefehl oder auch eine Anklage.