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Krefeld:Zoo beschließt nach Brand neues Affenhaus

Nach dem Brand im Krefelder Zoo

Nach dem Brand im Krefelder Zoo steht ein Stofftieräffchen neben Trauerkerzen.

(Foto: dpa)

Die Trauer ist groß in Krefeld, seit in der Nacht zu Neujahr bei einem Feuer acht Menschenaffen starben. Nun plant der Zoo einen Neubau - finanziert auch durch Spenden.

Gut drei Wochen nach der Zerstörung des Affenhauses im Krefelder Zoo hat der Aufsichtsrat einstimmig die Fortsetzung der Affenhaltung beschlossen. Der Zoo will nun zügig mit der Planung eines neuen Affenhauses beginnen. "Wir wollen noch in diesem Jahr Besuche in Zoos machen, die sich durch ihre innovative und vorbildliche Menschenaffenhaltung auszeichnen", sagte eine Sprecherin. Das bisherige Affenhaus auf dem Zoogelände war in der Nacht zu Neujahr abgebrannt, acht Menschenaffen starben.

Der Zoo erklärte, bis zur Fertigstellung des sogenannten Artenschutzzentrums Affenpark würden einige Jahre vergehen, da es von Grund auf neu geplant werden müsse. Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) betonte: "Wir machen weiter und werden die große Tradition der Menschenaffen im Krefelder Zoo weiterführen, und zwar schöner, moderner und artgerechter als jemals zuvor." Bei Besuchen in anderen Zoos sollten dafür Ideen und Erfahrungen gesammelt werden, sagte die Sprecherin. Die Kosten werden auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt.

Brand im Affenhaus

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Seit dem Brand an Neujahr hat der Zoo fast 20 000 Spenden erhalten. Sie sollten eine erste Basis für die Finanzierung des Neubaus sein, erklärte der Verein der Zoofreunde. Insgesamt seien bislang rund 1,4 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen, teilten die Verantwortlichen bei einer Gedenk- und Solidaritätsveranstaltung vor dem Krefelder Rathaus mit, an der sich laut Polizei rund 250 Menschen beteiligten.

Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) dankte bei der Veranstaltung am Freitag für die Welle der Hilfsbereitschaft und der Solidarität, die Menschen etwa mit Kerzen, Briefen und Anteilnahme in sozialen Netzen zum Ausdruck gebracht hätten. Die Zoo-Mitarbeiter sowie die vielen Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Rotem Kreuz und Notfallseelsorge hätten in der Neujahrsnacht "Großartiges geleistet". Zoodirektor Wolfgang Dreßen erinnerte in seiner Rede an die Tierpersönlichkeiten, die das Affenhaus geprägt haben und die "wir alle schmerzlich vermissen". Während seiner Ansprache wurden Fotos der verstorbenen Menschenaffen gezeigt.

Bei dem Feuer waren in der Silvesternacht mehr als 30 Tiere des 1975 eröffneten Affenhauses verendet. Verursacht wurde der Brand nach Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft durch drei Krefelderinnen, die fünf sogenannte Himmelslaternen in die Luft steigen ließen. Eine dieser fliegenden Leuchtfackeln hatte den Brand des Affenhauses dann im Bereich des Daches ausgelöst.

Auf dem Zoogelände lebt auch eine Gorillafamilie, die nicht im Affenhaus untergebracht war. Zwei Schimpansen überstanden das Feuer weitgehend unversehrt. Die Schimpansen Bally und Limbo sollen aber in einen anderen Zoo umziehen.

© SZ.de/dpa/Epd/afis/ick
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