bedeckt München 21°
vgwortpixel

Inszenierung in der Kirche:Kardinal Marx kritisiert "Hofstaat-Gehabe" im Vatikan

Kardinal Reinhard Marx kritisiert Hoofstaat-Gehabe im Vatikan und fordert den Glauben im Zentrum der Kirche

"Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein", so Kardinal Reinhard Marx.

(Foto: dpa)

Weniger Brimborium, mehr Glaube: Der Münchner Kardinal Marx kritisiert eine Tendenz zu Äußerlichkeiten im Vatikan. Die Schweizer Garde und Briefmarken seien zwar ganz nett, ein Papst könne aber kein Monarch sein.

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx wirft dem Vatikan eine Tendenz zu "Hofstaat-Gehabe" vor. "Der Nachfolger Petri kann kein Monarch sein. Das widerspräche aus meiner Sicht dem Petrusamt", sagte der Erzbischof in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Bei der medialen Inszenierung kirchlicher Ereignisse wie der Papstwahl bestehe die Gefahr, dass Äußerlichkeiten eine zu große Rolle spielten, warnte der 59-Jährige. "Elemente wie Schweizer Garde und Briefmarken sind ganz nett, aber das Zentrum ist, dass von Christus gesprochen wird. Es darf nicht die Nebensache zur Hauptsache werden. Darauf muss man achten."

Vom neuen Papst Franziskus erwartet Marx eine Kurienreform: "Es war ein Grundgefühl bei den Kardinälen, dass sich etwas ändern muss, dass man Zuständigkeiten neu überlegen muss, dass man die Skandale der Vergangenheit aufarbeiten muss. Darum wird sich der Papst sicher kümmern, damit auch Verantwortung wahrgenommen wird für das, was nicht richtig gelaufen ist."

Zu prüfen sei auch, ob künftig mehr in den Bistümern statt in Rom entschieden werden könne, sagte Marx. "Ich möchte sehr unterstreichen, dass wir die Zentrale in Rom brauchen. Aber sie darf sich nicht überheben."

Der Münchner Erzbischof will den Kontakt zum emeritierten Papst Benedikt nicht abreißen lassen: "Er ist interessiert an dem, was in Bayern und vor allem auch in seinem Heimatbistum passiert. Ich werde mich darum bemühen, dass es weiterhin einen lebendigen, freundschaftlichen Kontakt mit ihm gibt."

Vatikan in Rom

Mehr als nur Petersplatz