Hessen Baby stirbt nach Hundeattacke

  • Ein Kleinkind wurde nahe Darmstadt vom Hund seiner Familie mit einem Biss in den Kopf getötet.
  • Bei dem Hund soll es sich um einen Staffordshire-Mischling handeln.
  • Vergangene Woche hatte ein ähnlicher Hund in Hannover zwei Menschen getötet.

Ein sieben Monate altes Baby ist nach einem Hundebiss gestorben. Der Hund der Familie aus der Nähe von Darmstadt biss den Jungen am Montagabend in den Kopf, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Rettungskräfte hatten das Kind in eine Klinik gebracht, wo sein Zustand zunächst stabil war. Am späten Montagabend starb der Säugling jedoch.

Der Vorfall ereignete sich in der Wohnung der Familie in Bad König im Odenwaldkreis. Die genauen Umstände waren zunächst unklar. Der Hund, bei dem es sich der Polizei zufolge "nach dem äußeren Ansehen um einen Staffordshire-Mix handeln könnte", wurde in ein Tierheim gebracht. Dort sei er als aggressiv beschrieben worden, sagte eine Polizeisprecherin. Als Kampfhund sei er aber nicht registriert. Der 23 Jahre alte Vater hatte der Polizei zufolge sofort die Rettungskräfte verständigt. Nach dem Tod ihres Kindes stünden die Eltern unter Schock.

Geschulte Fachleute sollen zudem einen Wesenstest des Hundes machen. Deshalb sei er in die Obhut der Polizei übergeben worden. Der Einzelfall müsse genau geklärt werden, es reiche nicht die Rassenzugehörigkeit. Fraglich sei auch noch, ob der Hund schon einmal gebissen habe oder aufgefallen sei. Mit einem Ergebnis des Wesenstests sei erst in einigen Wochen zu rechnen. Das Tier müsse sich zunächst in seiner neuen Umgebung einleben.

Unglück und Unfall "Es gibt keine Rasse namens Kampfhund"

Hundeattacke in Niedersachsen

"Es gibt keine Rasse namens Kampfhund"

Selbst aus einem Pudel könne man einen aggressiven Hund machen, sagt ein Hundepsychologe. So gilt der Staffordshire Terrier, der in Hannover seine Halter getötet haben soll, in den USA als klassischer Familienhund.   Von Max Sprick

Die Rasse "Kampfhund" gibt es nicht

Erst in der vergangenen Woche hatte ein Staffordshire-Mischling in Hannover einen 27-jährigen Mann und dessen 52-jährige Mutter totgebissen. Staffordshire Terrier gelten in den USA und Großbritannien als Familienhunde, in Deutschland stehen sie in mehreren Bundesländern auf sogenannten Rasselisten. Dort wird ihre Haltung und Zucht verboten - oder nur nach Wesenstest erlaubt.

In dem Fall aus Hannover wurde der Hund in ein Tierheim gebracht, dort soll er sich "unauffällig" verhalten. Wenn seine Schuld eindeutig festgestellt wird, könnte das Tier , wie üblich in solchen Fällen, eingeschläfert werden. In einer Online-Petition an die Stadt Hannover fordern bereits mehr als 250 000 Menschen, den Hund nicht zu töten - die Schuld für Beißattacken liege beim Halter. Wann über sein Schicksal entschieden wird, ist noch offen.

Hundepsychologen sehen die Klassifizierung einzelner Rassen als "Kampfhunde" dennoch kritisch - die angeborene Schwelle eines Hundes jeder Rasse, einem Menschen etwas zu tun, sei riesig. Umgekehrt könne man auch einen Pudel zur Aggression erziehen. Grundsätzlich ist die Zahl durch Hunde getöteter Menschen in Deutschland sehr gering.