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Havariertes Atomkraftwerk:Verseuchtes Grundwasser in Fukushima steigt immer höher

Erneut erschüttert ein starkes Erdbeben die japanische Küste in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima. Die Schäden sind zwar gering, doch die Betreiberfirma hat einem Zeitungsbericht zufolge ohnehin Sorgen: Radioaktiv verseuchtes Grundwasser steigt immer weiter an und könnte sich bald in den Ozean ergießen.

Ein heftiges Erdbeben hat am Sonntag die nordjapanische Küste erschüttert. Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,0 lag nach Angaben der japanischen Wetterbehörde vor der Küste der Präfektur Miyagi. Nach dem jüngsten Erdstoß waren zunächst keine Schäden bekannt. Nach Angaben der Wetterbehörde drohte auch kein Tsunami.

An gleicher Stelle hatte im März 2011 ein Beben der Stärke 9,0 und ein dadurch ausgelöster Tsunami schwere Verwüstungen angerichtet und im Atomkraftwerk Fukushima eine Kernschmelze verursacht. Wegen des erneuten Bebens gebe es an der havarierten Anlage aber keine neuen Unregelmäßigkeiten, teilte die Betreiberfirma Tepco mit.

Allerdings nimmt der Anstieg radioaktiv verstrahlten Grundwassers laut einem Zeitungsbericht immer dramatischere Formen an. Das Wasser könne innerhalb der nächsten drei Wochen an die Oberfläche treten, meldete die Zeitung Asahi und berief sich auf Ergebnisse eines Krisentreffens vom Vortag.

Eine von Tepco in den Boden injizierte Chemikalie, die eine Barriere bilden soll, hat sich dem Bericht zufolge als unwirksam erwiesen. Das Grundwasser habe die Sperre bereits überwunden. Bei einem weiteren Anstieg des Grundwassers besteht die Gefahr, dass es sich ins Meer ergießt.

Tepco muss dem Asahi-Bericht zufolge jeden Tag 100 Tonnen Wasser abpumpen, um dessen Abfluss in den Ozean zu verhindern. Das Unternehmen wisse aber nicht wohin mit der Menge. Die Speicher, die 380.000 Tonnen Wasser aufnehmen können, seien zu 85 Prozent gefüllt.