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Französisches AKW:Reaktor nach Brand abgeschaltet

Im Reaktor eines Atomkraftwerks im Nordwesten Frankreichs ist ein Feuer ausgebrochen. Angaben des Betreibers zufolge war der Brand binnen einer Stunde gelöscht, der Reaktor habe sich automatisch heruntergefahren.

In einem Atomkraftwerk im Nordwesten Frankreichs ist ein Feuer ausgebrochen. Wie die Betreibergesellschaft EDF auf ihrer Webseite mitteilt, hätten Einsatzkräfte der Feuerwehr bereits um 13.15 Uhr zwei Brandherde im Reaktor zwei des Kraftwerks gelöscht, der Meiler habe sich planmäßig automatisch abgeschaltet. "Es gab keine Verletzten und das Ereignis hatte keinerlei Auswirkungen auf die Umwelt", heißt es in der Erklärung des Konzerns weiter.

Erst am späten Nachmittag meldeten französische Medien den Zwischenfall. Einem Behördenvertreter zufolge trat das Feuer an einem Ölleck nahe einer Pumpe auf. Durch eine Rauchmeldung war die Feuerwehr den Angaben zufolge knapp eine Stunde zuvor alarmiert worden. Insgesamt waren 25 Einsatzfahrzeuge und 60 Feuerwehrleute vor Ort.

Ein örtlicher Behördensprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass man am frühen Nachmittag von EDF "über Rauchentwicklung auf Höhe einer Pumpe zur Wasserversorgung" informiert worden sei. Der Rauch sei "in Folge von Ölmangels" und "im Bereich der Außenwand von Raktor zwei" aufgetreten.

Wie der Nachrichtensender France Info berichtet, plant die französische Atombehörde ASN für Freitag eine Begehung der Anlage.

In Penly ist neben dem bereits existierenden AKW auch ein neuer EPR-Druckwasserreaktor geplant. In der Anlage in der Normandie hatte es bereits 2009 schon einmal gebrannt. Erst im September war in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule ein Ofen in einer Verbrennungsanlage explodiert. Dabei war ein Arbeiter ums Leben gekommen, vier weitere wurden verletzt.

Frankreich bezieht 80 Prozent seines Stroms aus Atomkraftwerken und hält auch nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima an der Kernkraft als Hauptenergiequelle fest.