Flutkatastrophe in China70.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde

Noch hält der Drei-Schluchten-Damm am Jangtsekiang den gewaltigen Wassermassen stand. Dennoch erlebt China die schlimmste Flut seit zehn Jahren - bislang starben über 700 Menschen.

Drei-Schluchten-Damm am Oberlauf des Jangtsekiang

Es sind Bilder wie aus einem Katastrophenfilm von Roland Emmerich: Der Drei-Schluchten-Damm am Oberlauf des Jangtsekiang stemmt sich gerade gegen die schlimmsten Fluten seit seiner Fertigstellung. Bei Überschwemmungen, wie China sie seit einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen hat, sind bislang bereits 701 Menschen ums Leben gekommen. 347 weitere Menschen sind von den Wassermassen weggerissen oder unter Erdrutschen begraben worden und gelten als vermisst. Der Damm selbst hält dem gewaltigen Druck bislang stand, obwohl er Anfang dieser Woche mit 70000 Kubikmetern pro Sekunde Wassermassen in Rekordhöhe bremsen musste.

Flutkontrolle war eines der Hauptargumente für den auch in China stark umstrittenen Damm, dessen Dimensionen monumental sind: 150 Meter ist er hoch und annähernd zwei Kilometer lang. Schätzungen gehen von Kosten von ungerechnet 60 Milliarden Euro für das Bauwerk aus. Inwiefern der Drei-Schluchten-Damm nun zur Mäßigung der diesjährigen Flutkatastrophe - und zur Rettung von Menschenleben - beigetragen hat, ist derzeit in China Gegenstand einer heftigen Debatte. Kader der Kommunistischen Partei Chinas sind bemüht, die aktuellen Verdienste des Dammes herauszustreichen. Umweltschützer und Teilnehmer einer Online-Umfrage hingegen zeigen sich skeptisch.

Bild: ap 23. Juli 2010, 10:202010-07-23 10:20:41 © SZ vom 23.07.2010/ebc/grc