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Fehlverhalten vor Amerika-Gipfel:Secret Service suspendiert Obamas Leibwächter

Mehrere Personenschützer des US-Präsidenten sollten Sicherheitsvorkehrungen für dessen Ankunft in Kolumbien treffen, stattdessen haben sie Prostituierte getroffen und wild gefeiert. Medienberichten zufolge wurden die Mitarbeiter des Secret Service nun vom Dienst abgezogen.

Mehrere Leibwächter von US-Präsident Barack Obama sind wegen eines möglichen Fehlverhaltens im Vorfeld des Amerika-Gipfels in Kolumbien abgelöst und in die USA zurückgeschickt worden.

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Mitarbeiter des Secret Service begleiten US-Präsident Obama am Freitag auf dem Flughafen von Tampa, Florida. Im Vorfeld des Amerika-Gipfels in Cartagena wurden ihre Kollegen in Kolumbien abgelöst.

(Foto: AFP)

Wie die Washington Post unter Berufung auf einen Sprecher des Secret Service berichtete, wurden zwölf Sicherheitsleute durch andere ersetzt. Sie waren bereits vor Beginn des Gipfels nach Cartagena gereist, um die Sicherheitsvorkehrungen für den US-Präsidenten vorzubereiten.

Mindestens in einem Fall soll ein Mitarbeiter des Secret Service Kontakt zu Prostituierten gehabt haben, wie die Washington Post den Sprecher der Strafverfolgungsbehörden, Jon Adler, zitierte. Ein Angestellter des Hotels, in dem die Personenschützer seit rund einer Woche wohnten, berichtete von heftigen Trinkgelagen.

Der Sprecher des Secret Service, Edwin Donovan, sagte, der Dienst nehme die Anschuldigungen sehr ernst. Er betonte, die Sicherheit des US-Präsidenten sei durch den Vorfall nicht betroffen gewesen. Die Angelegenheit habe sich vor der Ankunft Obamas zugetragen.

Die Zeitung schrieb, sie sei auf die Affäre von einem früheren Reporter der Washington Post aufmerksam gemacht worden. Dieser habe auch ein Buch über die Präsidenten-Schützer geschrieben. Kontaktaufnahme zu Prostituierten sei unschicklich für Angehörige des Secret Service, selbst wenn das in Kolumbien in bestimmten "Toleranzzonen" gestattet sei, hieß es. Einige der Agenten seien verheiratet, zitierte das Blatt den früheren Mitarbeiter weiter.

Auf dem Gipfel beraten mehr als 30 amerikanische Staats- und Regierungschefs. Kontrovers dürfte dabei über die Legalisierung von Drogen diskutiert werden, ein Thema, das die Regierung Obamas anders als meisten lateinamerikanischen Staaten strikt ablehnt. Im Vorfeld ereigneten sich drei kleinere Explosionen: Aus Kreisen der kolumbianischen Sicherheitsbehörden verlautete, dass zwei mit Schießpulver gefüllte Taschen auf einem leerstehenden Grundstück in Cartagena detonierten. Eine dritte Explosion habe sich in der Hauptstadt Bogotá in der Nähe der US-Botschaft ereignet, hieß es weiter. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt, es entstand kein größerer Sachschaden.

© Süddeutsche.de/dapd/cag/holz
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