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Ermittlungen:Heimleiterin soll Kinder jahrelang misshandelt haben

  • Die Leiterin eines Kinderheimes bei Siegen soll ihre Schützlinge jahrelang misshandelt haben.
  • Nach zwei Hinweisen ermittelt die Kriminalpolizei.
  • Ehemalige Heimbewohner bestätigen die Vorwürfe.

Die Leiterin eines privaten Kinderheimes im siegerländischen Netphen soll die ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen jahrelang misshandelt und gedemütigt haben. Die Kriminalpolizei ermittelt nach zwei eingegangenen Hinweisen.

Inzwischen hat das Jugendamt des zuständigen Kreises die 22 dort lebenden Kinder und Jugendlichen aus dem Heim geholt und in Obhut genommen. Sie sind im Alter von sieben bis 17 Jahren. Die Minderjährigen sollen nun von insgesamt neun für die jeweiligen Kinder zuständigen Jugendämtern aus NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz in anderen Einrichtungen untergebracht werden.

Ehemalige Bewohner bestätigen die Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren gegen die 52-jährige Heimleiterin ein - unter anderem wegen des Verdachts auf Körperverletzung. Nach Bekanntwerden der Vorfälle hatten sich noch weitere ehemalige Bewohner des Heimes bei den Behörden gemeldet und die Vorwürfe bestätigt. Die Leiterin hat ihre Schützlinge offenbar über Jahre hinweg misshandelt.

Niemand hat etwas bemerkt

"Die Vorfälle waren nicht offensichtlich. Und die Betroffenen haben sich offenbar über Jahre niemandem anvertraut", sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung. Weder Jugendamtsmitarbeiter, noch Nachbarn oder Eltern hätten etwas bemerkt.

Auch das Landesjugendamt in Münster will die Vorwürfe nun prüfen und außerdem klären, warum in dem für 16 Bewohner zugelassenen privaten Heim 22 Kinder und Jugendliche lebten. "Wir sind gespannt auf die Antworten der Heimbetreiberin", sagte ein Sprecher. Einzelheiten zu den Vorfällen wollte bislang keine der beteiligten Behörden nennen. Es handele sich nach aktuellen Informationen aber nicht um sexuelle Übergriffe.

© SZ.de/dpa/tamo/klu
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