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Bericht:Epstein unterschrieb zwei Tage vor seinem Tod ein Testament

Jeffrey Epstein

Epstein beging in einer Gefängniszelle Selbstmord.

(Foto: AP)
  • Der wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen angeklagte Millionär Jeffrey Epstein unterschrieb nur zwei Tage vor seinem Tod ein Testament.
  • In dem letzten Willen wird die Übertragung seines Vermögens in eine Stiftung verfügt.
  • Epstein beging in einem New Yorker Gefängnis Suizid, sein Tod löste einen Justizskandal aus.

Der vor zwei Wochen verstorbene Multimillionär Jeffrey Epstein verfasste zwei Tage vor seinem Suizid seinen letzten Willen. Wie die New York Post berichtet, übertrug der wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs Angeklagte darin sein gesamtes Vermögen in eine am selben Tag gegründete Stiftung mit dem Namen "The 1953 Trust". Die mit der Vollstreckung des Testaments betraute Anwaltskanzlei bestätigte den Bericht. Demnach gingen die Papiere in der vergangen Woche auf den Virgin Islands ein.

In dem am 8. August unterzeichneten Dokument ist von mehr als 577 Millionen Dollar (520 Millionen Euro) an Vermögenswerten die Rede. Einem Anwalt zufolge handelt es sich bei der Übertragung in eine Stiftung um ein relativ normales Vorgehen. Ungewöhnlich ist eher der Zeitpunkt. Möglicherweise war Epstein zwei Tage vor seinem Suizid schon klar, dass er diesen begehen würde.

Die Ziele der Stiftung werden in dem Testament nicht genannt. Wer Epsteins Kunstsammlung erbt, ist unklar. Auch ob es einen älteren letzten Willen gibt, den das neue Testament außer Kraft setzen könnte, ist nicht bekannt.

Epstein saß zum Zeitpunkt seines Suizids in einem Gefängnis in New York, wo er auf seinen Prozess wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen wartete. Der Tod des 66-Jährigen löste zudem einen Justizskandal aus. Die beiden Wärter, die den Gefangenen in seiner Gefängniszelle in seiner Todesnacht beaufsichtigen sollten, sollen bei der Arbeit geschlafen haben. Statt wie vorgeschrieben alle 30 Minuten nach dem Inhaftierten zu schauen, seien die beiden eingeschlafen und hätten dessen Zustand für rund drei Stunden nicht kontrolliert, berichtete die New York Times unter Berufung auf Ermittlungs- und Gefängnisbeamte.

Anmerkung der Redaktion: Wir gestalten unsere Berichterstattung über Suizide bewusst zurückhaltend und verzichten, wo es möglich ist, auf Details. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen von Suizidgedanken, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

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