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Saubere Luft:Deutsche Umwelthilfe will Böllerverbote notfalls einklagen

Silvesternacht am Münchner Marienplatz, 2018

Feuerwerk am Münchner Marienplatz.

(Foto: Florian Peljak)
  • Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe, hat sich für ein teilweises Verbot von Silvesterböllern in einigen deutschen Städten ausgesprochen.
  • Gelten solle die Regelung in Kommunen, in denen ohnehin schon wegen hoher Feinstaubbelastung schlechte Luft herrsche.
  • Entsprechende Verbote, die nur in bestimmten Bereichen gelten sollen, will der Verein wenn nötig einklagen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat angekündigt, ein Böllerverbot in deutschen Großstädten mit hoher Feinstaubbelastung durchsetzen und dazu notfalls auch vor Gericht ziehen zu wollen. "Wir werden den politischen Druck erhöhen", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch der Berliner Zeitung. Man werde alle Möglichkeiten einer Klage prüfen. "Das wäre jedoch das letzte Mittel der Auseinandersetzung", sagte Resch. "Am liebsten wäre uns, wir könnten uns möglichst schnell außergerichtlich mit den Kommunen einigen." Das Verbot solle nicht generell, sondern nur in bestimmten Bereichen gelten.

Die Deutsche Umwelthilfe spielt in der Dieselkrise eine große Rolle, sie hat mit Klagen eine ganze Reihe von Fahrverbotszonen für ältere Dieselautos in Großstädten erwirkt. Solche Verbotszonen soll es nun auch für Raketen und Böller in der Silvesternacht geben. Umweltschützer warnen schon lange vor der hohen Feinstaubbelastung durch die Silvesterböllerei. Etliche Kommunen haben das private Böllern in den Innenstädten bereits untersagt.

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Die sozialen Medien waren voller Anti-Feuerwerk-Posts, einzelne Supermärkte weigerten sich, Raketen zu verkaufen. Die Arbeit für die Müllmänner aber wurde mancherorts sogar noch mehr.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes werden durch Silvesterfeuerwerke jedes Jahr etwa 4500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspreche etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

Die DUH forderte Kommunen mit hoher Luftbelastung auf, zentrale und professionell gestaltete Feuerwerke außerhalb dieser mit Feinstaub belasteten Zonen zu veranstalten, am besten am Stadtrand. "Ein öffentliches Feuerwerk oder eine professionelle Pyro-Show sind dabei nicht nur sicherer. Diese belasten auch die Umwelt weniger, da hier meist andere Feuerwerksbatterien zum Einsatz kommen", sagte Resch.

Rückendeckung bekommt der Umweltschützer von einer vor Kurzem erstellten, repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland erstellt hat. Demnach sind 75 Prozent der Befragten für ein lokales, für ein innerstädtisches oder für ein vollständiges Verbot von Silvesterknallern.

Und auch von der Politik kommen unterstützende Signale. "2019 soll es in Berlin ein böllerberuhigtes Silvester geben, ohne diese wilde und chaotische Knallerei", sagte Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Berliner Senat, der Berliner Zeitung. In der Hauptstadt musste die Feuerwehr eigenen Angaben nach beim jüngsten Jahreswechsel zwischen 19 und 6 Uhr zu 432 Brandmeldungen ausrücken. 33 Mal seien Einsatzkräfte mit Pyrotechnik angegriffen worden sein, ein Feuerwehrmann soll ein Knalltrauma erlitten haben.

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