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Neufundland:Küstenwache stellt Suche nach Küblböck ein

Daniel Küblböck 2015 in der Fernsehshow "Let's Dance"

Kaiser-Küblböck als Teilnehmer der TV-Show "Let's Dance" (Archivbild aus dem Jahr 2015).

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)
  • Nach Angaben kanadischer Seenot-Rettungskräfte fehlt vom vermissten Daniel Kaiser-Küblböck weiterhin jede Spur.
  • Am Montagmorgen (Ortszeit) hatte die Küstenwache die Suche per Flugzeug und Hubschrauber fortgesetzt.
  • Montagabend wurde bekannt gegeben, dass die Suche nach Küblböck eingestellt wird.

Die kanadische Küstenwache hat die Suche nach dem in der Labradorsee vermissten deutschen Sänger Daniel Kaiser-Küblböck eingestellt. Das teilte der Sprecher der Küstenwache im kanadischen Halifax, Mark Cough, am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Schiffe in dem Seegebiet vor Kanada würden aber informiert und hielten weiterhin Ausschau, hieß es in einer Mitteilung auf der Website von Küblböck. "Wir, die Familie, Angehörige und engen Freude, hoffen auf ein Wunder!" Man bitte darum, auf Spekulationen rund um das Verschwinden Küblböcks zu verzichten und die Familie in Ruhe zu lassen. Man habe "derzeit keine Kraft, die Vorfälle zu kommentieren".

Insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hätten 80 Stunden lang eine Fläche von umgerechnet mehr als 4000 Quadratkilometern abgesucht. "Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden", sagte Cough. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen. Ohne Hilfe kann ein Mensch unter diesen Bedingungen nur wenige Stunden in dem Wasser aushalten.

Die Küstenwache hatte am Sonntag auf der Suche nach Küblböck, der nach Angaben des Reiseveranstalters Aida Cruises am Sonntagmorgen vom Kreuzfahrtschiff Aidaluna über Bord gegangen war, zwei Schiffe, ein Aufklärungsflugzeug und einen Hubschrauber im Einsatz. Über Nacht suchte ein Schiff der Küstenwache nach Küblböck. Zunächst hatten sich die Aidaluna und ein weiteres Kreuzfahrtschiff ebenfalls an der Suche beteiligt.

Der 33-Jährige war nach Angaben des Anbieters bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York am Sonntag etwa 185 Kilometer nördlich von St. John's/Neufundland, in der Labradorsee über Bord gegangen. Der Kreuzfahrt-Veranstalter äußerte schon am Sonntag die Annahme, dass Kaiser-Küblböck, der sich privat an Bord befand, absichtlich gesprungen sei.

Kaiser-Küblböck wurde einem größeren Fernsehpublikum bekannt, als er in den Jahren 2002/03 an der RTL-Castingshow Deutschland sucht den Superstar teilnahm. Er belegte in der Staffel den dritten Platz und landete mit der Single "You drive me crazy" an der Spitze der deutschen CD-Charts. In den folgenden Jahren arbeitete er als Künstler und Geschäftsmann und legte sich den Doppelnamen Kaiser-Küblböck zu, zuletzt besuchte er eine Schauspielschule in Berlin.

Jene Schule bestritt am Montag Vorwürfe, die im Internet aufgekommen waren. "Die Behauptung über Mobbing an unserer Schule weisen wir strikt zurück", hieß es in einer Erklärung der ETI Schauspielschule Berlin des Vereins Europäisches Theaterinstitut. "Wir sind zutiefst bestürzt und geschockt über das Verschwinden unseres Schülers Daniel Kaiser-Küblböck. Die ETI Schauspielschule Berlin möchte zum Schutz der Privatsphäre von Daniel zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zu den im Internet kursierenden Gerüchten tätigen." Die Gedanken seien bei der Familie, den Freunden und Fans. Im Netz kursiert ein angeblich Anfang August von Küblböck verfasster Netzeintrag, in dem von monatelangem Mobbing an der Schule die Rede ist und einer Dozentin vorgeworfen wird, nichts dagegen unternommen zu haben.

Anmerkung der Redaktion:

Die Süddeutsche Zeitung berichtet in der Regel nicht über Suizide und versuchte Selbsttötungen, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Erste Anlaufstelle für Menschen in Krisensituationen ist die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800/1110111 oder 0800/1110222 erhalten Betroffene Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.