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Britischer Barde:James Blunt ist genervt von "You're beautiful"

James Blunt

Der britische Popsänger James Blunt ist genervt von dem Lied, das ihm seinen internationalen Durchbruch bescherte.

(Foto: dpa)

Es gibt diese Lieder, bei denen Radiohörer reflexhaft den Sender wechseln. 'You're beautiful" gehört dazu. Für alle, denen das Liebesgewinsel auf die Nerven geht, hat der Sänger nun eine neue, herzerwärmende Botschaft: Ihr seid nicht allein.

"You're beautiful" - na, stellen sich Ihnen schon die Nackenhaare auf? "You're beautiful" - leichte Übelkeit? "You're beautiful, it's true" - wenn Sie jetzt noch keinen Anflug von Kopfschmerzen verspüren, hören Sie wohl kein Radio. Denn dort wurde James Blunts Welthit in den vergangenen Jahren rauf und runter gespielt. So oft, dass routinierte Radiohörer das Lied mittlerweile nach dem ersten Akkord erkennen - und reflexhaft den Sender wechseln.

Manche Menschen sollen wegen des nervtötenden Gewinsels sogar schon einen gehörigen Groll gegen den Sänger hegen. Dabei sind sie mit ihrem Leid nicht allein. Auch Blunt selbst ist genervt, wie er jetzt in einem Interview mit der britischen Zeitschrift Hello! zugegeben hat. "Dieses eine Lied, 'You're Beautiful', wurde den Leuten aufgezwungen, bis es nervte, und dann fingen die Leute an, den Sänger mit dem Titel zu identifizieren", sagte der 40-Jährige. Der Hit führte von den USA bis Australien die Chartlisten an, allein in den USA wurde die Single mehr als drei Millionen Mal verkauft.

Wegen des Songs sei das Marketing für seine gesamte Musik auf Frauen ausgerichtet worden, sagte Blunt, wodurch er viele männliche Fans verloren habe. Auch sei er von seinen Werbe-Leuten als "irrsinnig ernst" dargestellt worden, was er überhaupt nicht sei, klagte Blunt. "Ich habe eine Reihe von über-emotionalen Songs, für die ich bekannt bin - aber ich denke, darüber bin ich jetzt hinweg", sagte der Musiker.

Kleiner Trost

Sätze, die in den Ohren bluntverweigernder Radiohörer wie Engelsgesang klingen dürften. Wenn Blunt selbst darüber hinweg ist, werden Deutschlands Radiostationen vielleicht auch bald darüber hinweg sein. Und wer weiß, in ein paar Jahren, eher Jahrzehnten, wird man das Lied vielleicht wieder hören können, ohne dass die Hand nervös in Richtung Umschaltknopf zuckt.

Bis es soweit ist, sollten Skeptiker zumindest ihren Groll auf den Briten im Zaum halten. Denn wir können den Sender wechseln. Blunt wird seine Lieder weiter singen müssen. Auch "You're beautiful". It's true.

© Süddeutsche.de/AFP/feko/leja
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