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Internationaler Frauentag:Berlin führt neuen Feiertag ein

100 Jahre Frauenwahlrecht - USPD

Frauen auf einer Wahlkundgebung im Jahr 1919.

(Foto: dpa)
  • Berlin hat einen neuen gesetzlichen Feiertag eingeführt: den Internationalen Frauentag am 8. März.
  • Ein entsprechender Antrag wurde an diesem Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus angenommen.
  • Der neue Feiertag soll dann bereits in diesem Jahr begangen werden.

Berlin hat als erstes Bundesland den Internationalen Frauentag zu einem gesetzlichen Feiertag gemacht. Ein entsprechender Antrag wurde an diesem Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus angenommen.

Der Internationale Frauentag findet am 8. März statt. Für die Berliner soll er bereits in diesem Jahr arbeits- und schulfrei sein. Mit neun Tagen hatte Berlin bisher die wenigsten Feiertage. Die meisten Bundesländer haben zehn, Baden-Württemberg hat zwölf, Bayern dreizehn.

"Der heutige Tag ist ein ganz großes Zeichen dafür, dass wir auf dem Weg der Gleichstellung von Frau und Mann weiterkommen", erklärte die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Derya Caglar. Linke und Grüne äußerten sich ähnlich. CDU, FDP und AfD kritisierten, dass die Wahl auf den Frauentag fiel und nicht etwa auf den Reformationstag am 31. Oktober.

Zuletzt hatten auch andere Bundesländer einen weiteren Feiertag eingeführt. Seit vergangenem Jahr ist in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein der Reformationstag ein Feiertag. Thüringen erklärte den Weltkindertag zum Feiertag.

In Berlin hatte es längere Debatten über das Datum für einen neuen Feiertag gegeben. So hatte die Linke zunächst für den 8. Mai plädiert, Kirchenvertreter für den Reformationstag. Regierungschef Michael Müller (SPD) brachte den 18. März in Erinnerung an die Märzrevolution 1848 ins Spiel. Der Beauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Tom Sello, warb für den 9. November als Tag des Mauerfalls. Schließlich legte die Linke sich auf den 8. März fest, die Koalitionspartner SPD und Grüne zogen mit.

Der Internationale Frauentag wurde 1910 auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz beschlossen, der erste fand am 19. März 1911 statt. Es nahmen zunächst einmal nur vier Länder teil: Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und die Schweiz. Die Idee war allerdings nicht, zu Hause zu bleiben - der Tag sollte für Kundgebungen genutzt werden, die Frauen kämpften damals noch ums Wahlrecht.

Einheitlich auf den 8. März wurde er 1921 verlegt, nachdem an diesem Tag vier Jahre zuvor demonstrierende Arbeiterinnen in Petrograd die Februarrevolution ausgelöst hatten. Der Frauentag wurde seither in Deutschland mehrfach abgeschafft und wieder eingeführt, aber gesetzlicher Feiertag war er jetzt noch nie.

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