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Babyleiche in Flensburg:Mutter gesteht Tötung von Neugeborenem

Ein Mann entdeckt die Leiche des Säuglings beim Abtauen seiner Kühltruhe, mindestens zehn Jahre lang soll sie dort gelegen haben. Seine Ex-Frau hat bereits gestanden, ihr Baby getötet zu haben. Sie habe einem Zustand völliger Erschöpfung und Ausweglosigkeit gehandelt.

Sicher ist bislang nur, dass das Kind bis zu seiner Geburt gelebt hatte, es kam als "voll ausgetragener Säugling" zur Welt, ein kleines Mädchen. So viel konnte die Oberstaatsanwältin in Flensburg sagen, als sie am Dienstag Details zu den Ermittlungen im Fall eines Babys bekanntgab, das am vergangenen Freitag in einer Tiefkühltruhe in der Nähe der Stadt gefunden worden war.

Ob das Kind noch gelebt hat, als seine Mutter es dort ablegte, ist noch unklar. Anzeichen äußerer Gewaltanwendung wurden nicht festgestellt, auch eine Totgeburt schließen die Ermittler aus. Die Staatsanwaltschaft hat nun ein Verfahren gegen eine 49-jährige Frau eingeleitet, die Mutter des Kindes. Der Verdacht lautet auf Totschlag. Die Frau hat die Tat gestanden.

Erst am Montag war der Fund vom Freitag bekannt geworden: Ein Mann aus der Nähe von Flensburg hatte seine Tiefkühltruhe abtauen wollen und dabei die Babyleiche entdeckt. Die Leiche lag dort offenbar schon mindestens zehn Jahre. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann von der Geburt des Kindes und von seiner Tötung nichts gewusst hat. Verdächtigt wird hingegen seine Ex-Frau, mit der er bis 2009 zusammengelebt hat. Mit ihr hat er drei Kinder.

Die Frau hat ausgesagt, sich zum Zeitpunkt der Geburt in einem Zustand völliger Erschöpfung und Ausweglosigkeit befunden zu haben. Das Paar habe zum Zeitpunkt der Geburt bereits drei Kinder gehabt, und die Mutter erklärte, sie hätte das Neugeborene nicht auch noch aufziehen können. Wo sie Hilfe hätte finden können, habe sie nicht gewusst, sagte die Frau demnach.

Sie wohnt seit 2009 nicht mehr in dem Haus, in dem ihr Baby lag, der mutmaßliche Vater lebt dort mit den drei erwachsenen Kindern alleine. Anhaltspunkte, wonach er sich strafbar gemacht habe, gebe es nicht, sagten die Ermittler am Dienstag. Die Truhe sei vor allem von der Frau genutzt worden.