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Astronomie:Sternenhimmel Oktober

Fomalhaut im Südlichen Fisch zählt zu den 20 hellsten Sternen am irdischen Firmament und blinkt tief über dem Südhorizont. Um den Stern, 25 Jahre Lichtjahre entfernt, ranken sich mehrere Sagen. Wie die von der Fruchtbarkeitsgöttin Derceto.

Sterne und Sternbilder: Tief über dem Südhorizont blinkt abends ein einsamer Lichtpunkt - Fomalhaut im Südlichen Fisch. Die übrigen Sterne dieser Konstellation sind recht schwach, dafür zählt Fomalhaut zu den 20 hellsten Sternen am irdischen Firmament. Sein Name kommt aus dem Arabischen und heißt so viel wie "Maul des Wals". Um das Bild ranken sich mehrere Sagen. Eine berichtet von der Fruchtbarkeitsgöttin Derceto, die nach einer Affäre mit dem jungen Syrer Kaistros eine Tochter gebar. Als dies ruchbar wurde, fürchtete sich die Göttin vor der Schande. Sie tötete ihren Liebhaber, verließ ihre Tochter, stürzte sich in den See Askalon in Palästina - und mutierte zu einer Meerjungfrau: den Südlichen Fisch.

Fomalhaut, etwa 25 Jahre Lichtjahre von der Erde entfernt, ist von einer 40 Milliarden Kilometer durchmessenden Staubscheibe umgeben und besitzt die 17-fache Sonnenleuchtkraft. Hoch im Süden fliegt Pegasus mit der angeschlossenen Sternenkette der Andromeda dahin. Das Sommerdreieck mit den hellen "Spitzen" Atair (Adler), Deneb (Schwan) und Wega (Leier) ist nach Westen gerückt. Der Große Wagen rollt parallel zum Nordhorizont, im Nordosten funkelt gelblich Kapella im Fuhrmann. Hoch am Himmel prangt das schräg stehende "W" der Kassiopeia.

Planeten, Mond, Meteore: Venus strahlt am östlichen Morgenhimmel. Am 5. Oktober zieht sie in engem Abstand an Mars vorbei, was man am besten mit dem Fernglas beobachtet. Am 18. Oktober dann kommt es gegen 6.30 Uhr dicht über dem Osthorizont zu einem Rendezvous der beiden Planeten mit der extrem schmalen Sichel des abnehmenden Mondes. Saturn im Schlangenträger leuchtet vor seinem Untergang am Abend dann noch etwa zwei Stunden tief im Südwesten. Merkur und Jupiter bleiben unsichtbar. Uranus sei schon deshalb erwähnt, weil er am 19. Oktober im Sternbild Fische in Opposition zur Sonne gelangt, also seinen geringsten Erdabstand erreicht. Der grünliche schimmernde Planet lässt sich allerdings ebenfalls nur mit dem Fernglas oder dem Teleskop betrachten.

Die Phasen des Erdbegleiters: Vollmond am 5. Oktober, Letztes Viertel am 12. Oktober, Neumond am 19. und Erstes Viertel am 27. Oktober. Um den 8. Oktober herum erreichen die Giacobiniden ihr Maximum, dann können pro Stunde gleich mehrere Dutzend Sternschnuppen vom Himmel fallen. Und nicht vergessen: Am Sonntag, den 29. Oktober, endet mal wieder die Mitteleuropäische Sommerzeit, die Uhren müssen also um eine Stunde zurückgestellt werden.

© SZ vom 04.10.2017

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