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Amoklauf von Newtown:Bibliothekarin verbarrikadiert sich in Lagerraum

Dawn Hochsprung, Schulrektorin

"Sie war genau die Art Mensch, den man sich als Lehrer für seine Kinder wünscht", sagt Tom Pruty im US-Fernsehen über Dawn Hochsprung. Die 47-Jährige war seit 2010 Rektorin der Sandy Hook Elementary School in Newtown - und in ihrer Position nicht nur von den Eltern geschätzt. "Die Kinder liebten sie", ergänzt Pruty. Er ist nicht nur ein Freund Hochsprungs, seine Nichte ist auch Schülerin an der Grundschule. Sie überlebte den Amoklauf unverletzt.

Am Tag des Massakers tat Hochsprung alles, um die Kinder ihrer Schule bestmöglich zu schützen. Sie saß in einer Besprechung, als die ersten Schüsse fielen. Und sie warnte nicht nur die gesamte Schule via Lautsprecher vor der drohenden Gefahr, sie lief sogar gemeinsam mit Schulpsychologin Mary Sherlach, 56, auf die Gänge. Vermutlich in der Hoffnung, mit Worten auf den Täter einwirken und ihn zur Aufgabe bewegen zu können. Doch Hochsprung und Sherlach wurden von Adam Lanza erschossen.

Die Rektorin selbst hatte noch vor Monaten - um genau so einem Fall vorzubeugen - ein neues Sicherheitssystem in der Schule einführen lassen. Nach Schließung der Schultüren um 9:30 Uhr musste jeder Besucher klingeln und sich im Zweifel ausweisen. Gegen den Amokläufer Lanza half das jedoch nichts, er soll sich den Zutritt zur Schule erzwungen haben.

Mary Ann Jacob, Bibliothekarin

Wie Schulrektorin Dawn Hochsprung und Lehrerin Victoria Soto hat sich auch Mary Ann Jacob, Bibliothekarin an der Sandy-Hook-Grundschule, selbstlos für die Schüler eingesetzt. Als sie die ersten Schüsse hörte, brachte sie alle Schüler in ihrem Aufsichtsbereich in einen Lagerraum und verbarrikadierte den Eingang.

Bis die Polizei kam, harrte Jacob mit den Schülern aus - und sogar noch etwas länger. "Ich habe die Polizisten erst nicht hereingelassen, also haben sie angefangen, gegen die Tür zu klopfen. Aber erst als sie einen Polizeiausweis unter der Tür durchgeschoben haben, haben wir die Kinder zu ihnen nach draußen gelassen", sagte Jacob zu Fox News.

© Süddeutsche.de/mkoh/jobr
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