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Amanda Knox im TV-Interview:"Ich habe meine Freundin nicht getötet"

Amanda Knox reacts during her interview on ABC's 'Good Morning America' in New York

Amanda Knox während eines Interviews mit dem US-Sender ABC am 31. Januar 2014.

(Foto: REUTERS)

Nachdem Amanda Knox erneut wegen Mordes verurteilt wurde, meldet sich die 26-Jährige nun erstmals zu Wort. In einem TV-Interview nennt sie die getötete Meredith Kercher eine Freundin - und beteuert erneut ihre Unschuld.

Etwa drei Monate sind vergangen, seit Amanda Knox und Raffaele Sollecito von einem Gericht in Florenz erneut des Mordes an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher schuldig gesprochen worden sind. Nun hat sich die 26-jährige Amerikanerin Knox in einem kurzen CNN-Interview zu Wort gemeldet: "Ich habe meine Freundin nicht getötet, ich habe nicht mit dem Messer zugestochen, ich hatte doch keinen Grund dazu. Wir haben nie gestritten." Um Fassung ringend presst Knox dann noch hervor: "Ich bin unschuldig." Die Woche vor der Tat hätten sie noch gemeinsam ein Klassik-Konzert besucht, so Knox.

Knox und der Italiener Sollecito waren wegen Mordes Ende Januar zu 28 Jahren und sechs Monaten beziehungsweise 25 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem ihr Freispruch aus dem Jahr 2011 von Italiens höchstem Gericht gekippt worden war.

Die im November 2007 getötete Kercher sei "von zwei unterschiedlichen Messern" in den Hals getroffen worden, schreibt das Berufungsgericht Florenz laut Nachrichtenagentur Ansa in seiner veröffentlichten Urteilsbegründung. Die tödliche Verletzung sei der Austauschstudentin von Knox zugefügt worden. Nach Ansicht des Gerichts deuten mehrere Indizien darauf hin, dass Knox und ihr damaliger Freund Sollecito "in der Phase unmittelbar nach dem Mord" am Tatort gewesen seien. Zudem stammten die auf dem BH-Verschluss des Opfers gefundenen DNA-Spuren von Sollecito.

"Zu überwältigen und zu demütigen"

Als Motiv sehen die Richter um den Vorsitzenden Alessandro Nencini einen Streit zwischen Knox und Kercher. Zwischen den beiden Frauen habe keine "gegenseitige Sympathie" bestanden. Die Amerikanerin habe in dem Wunsch zugestochen, das Opfer "zu überwältigen und zu demütigen". Die Hypothese eines ausgeuferten Sexspiels sei hingegen nicht glaubhaft. Es sei in einem vorherigen Streit um Geld gegangen, hieß es weiter.

Knox hat in dem Interview demnach auf die Ausführungen der Richter zum Urteil reagiert: "Meine DNA wurde nirgends in dem Raum gefunden. Die DNA des wahren Mörders, Rudy Guede, wurde hingegen überall in ihrem Zimmer und auf ihrer Leiche gefunden." Sie hoffe trotz allem auf ein Ende "der Spekulationen und Theorien", sagte Knox.

Guede war 2008 in einem Schnellverfahren wegen Mordes und sexuellen Übergriffs schuldig gesprochen und zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde später auf 16 Jahre reduziert. Guede beteuerte, den Mord nicht begangen zu haben. Er bezichtigt Knox und Sollecito der Tat.

© Süddeutsche.de/jst/jasch

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