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Zugverkehr:"Drehkreuz des Südens"

Bahn will Großstadt-Verbindungen von München aus verbessern

Von Andreas Schubert

Die Deutsche Bahn (DB) sieht sich im Konkurrenzkampf mit dem innerdeutschen Flugverkehr im Aufwind. "Wir kriegen Rückenwind durch die Klimadiskussion", sagte Klaus-Dieter Josel, der Konzernbevollmächtigte der DB für Bayern, bei einer Presserunde am Münchner Hauptbahnhof. Entsprechend ist auch der Arbeitstitel für die Zukunft am Bahnknoten München an den Flugverkehr angelehnt: "Drehkreuz des Südens" nennt die Bahn ihre Vision. Das Ziel ist: Wie bereits Berlin oder Frankfurt am Main sollen auch andere Metropolen künftig in unter vier Stunden mit dem Zug erreicht werden können. Im Auge hat Josel zum Beispiel auch Prag, Köln, Wien und Zürich. Nach Zürich soll die schnelle Zugverbindung von Ende 2020 an bereitstehen. Sobald die Strecke auf deutscher Seite elektrifiziert ist, sollen die Züge nur noch dreieinhalb Stunden unterwegs sein. Derzeit schaffen nur Busse die Verbindung knapp unter vier Stunden.

Das "Drehkreuz" soll etwa 2028 verwirklicht werden, sagte Josel. Schon vom nächsten Fahrplanwechsel an, am 15. Dezember, bietet die DB eine stündliche Direktverbindung per ICE nach Berlin an. Bisher müssen Fahrgäste bei einigen Verbindungen noch in Nürnberg umsteigen, was die Reisezeit verlängert. Geplante Verbesserungen bringen aber auch mehr Baustellen und damit Einschränkungen mit sich. Auch in München wird es nächstes Jahr wieder zu Sperrwochenenden auf der S-Bahn-Stammstrecke kommen. Wie viele es sein werden, ist noch offen. Vorgesehen seien mindestens zwei, sagte ein Bahnsprecher.

© SZ vom 26.10.2019
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