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Wolfratshauser Politik:Grüne gegen Straßenausbau

Stadtrat beschließt Kraft-Areal-Bebauungsplan

Der Weg für die Bebauung des sogenannten Kraft-Areals nördlich des Wolfratshauser Bahnhofs ist frei: Mit großer Mehrheit hat kürzlich der Wolfratshauser Stadtrat den neuen Bebauungsplan für das Gelände beschlossen, auf dem 100 teils geförderte Wohnungen und ein größerer Edeka-Markt entstehen sollen. Die Grünen lehnten den Beschluss indes ab. Die geplante Aufweitung der Sauerlacher Straße bezeichnete deren Fraktionssprecher Hans Schmidt erneut als "kontraproduktiv". Schließlich habe die Stadt den Klimanotstand ausgerufen, der in seinen Augen unnötige Straßenausbau aber fördere den Individualverkehr. Zudem müssten dafür fünf Platanen gefällt werden, "und die brauchen wir". Zwar betonte der Grünen-Sprecher, dass seine Fraktion die Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum begrüße. Er stimmte jedoch gegen den Beschluss, genau wie die beiden anderen Grünen im Stadtrat, Annette Heinloth und Rudi Seibt. Die vierte Gegenstimme gab es von Richard Kugler (CSU-Fraktion). Seine Gründe seien aber andere als die der Grünen, erklärte er. Ein neuer Supermarkt füge der Stadt an dieser Stelle "nichts Sinnvolles hinzu", sagte er. Der große Edeka bringe nur "andere zum Schließen", sagte Kugler. "Drei können in Wolfratshausen nicht überleben." Die übrigen 20 anwesenden Stadträte stimmten indes dem Bebauungsplan zu.

Über das Schicksal der Platanen müssen die Stadträte noch gesondert entscheiden. Bauamtsleiterin Susanne Leonhard hatte bereits im Bauausschuss von einem Angebot zur Versetzung der Großbäume berichtet, das die Stadt eingeholt habe. Die koste insgesamt rund 26 000 Euro - ohne Garantie, dass die Wurzeln dann auch wieder anwachsen. Im Stadtrat schlug Umweltreferent Manfred Fleischer (CSU-Fraktion) vor, die Platanen im Falle einer Verpflanzung als Schattenspendender an den Spielplätzen aufzustellen, wo bislang keine Sonnensegel installiert seien. "So könnte man den Kindern und der Stadt was gutes tun und die Bäume erhalten."