Wolfratshausen:Glasfaser kommt günstiger

Weidacher Grundschule erhält nun doch schnelles Internet

Den Anschluss der Wolfratshauser Schulen ans Glasfasernetz hatte der Stadtrat bereits im Juni beschlossen. Der Zuschlag ging jedoch nur an die Grund- und Mittelschulen am Hammerschmiedweg und in Waldram. Das Gremium sprach sich gegen einen Anschluss der Weidacher Grundschule aus, weil dieser für die vier Klassen dort laut Angebot 150 000 Euro gekostet hätte. Abzüglich der zu erwartenden staatlichen Förderung wäre ein Eigenanteil der Stadt von gut 100 000 Euro fällig gewesen. Nun aber soll die kleine Schule doch noch schnelles Internet bekommen - für gerade mal ein Drittel der Kosten. Eine zweite Ausschreibung hat ergeben, dass der Anschluss deutlich günstiger ist. Das aktuelle Angebot von circa 66 000 Euro nimmt die Stadt nun an, zumal bis zu 50 000 Euro davon gefördert werden. Das hat der Stadtrat am Dienstag mit großer Mehrheit beschlossen.

Die Differenz zum ersten Angebot ergibt sich, weil der Anschluss im Sommer von einem weiter entfernten Verteiler geplant wurde. Wie Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) erklärte, hat sich nach der ersten Ausschreibung, welche die Stadt im Rahmen der Förderrichtlinie Glasfaser an Schulen durchgeführt hatte, das Amt für Vermessung und Digitalisierung eingeschaltet, weil es eine nähere Anschlussmöglichkeit ans Netz mit deutlich geringerer Kabelstrecke gibt. Daraufhin erfolgte eine zweite Ausschreibung, die dann das neue, günstigere Angebot ergab. Dieses anzunehmen, hatte der Bauausschuss vergangene Woche bereits einstimmig beschlossen.

Im Stadtrat gab es jedoch auch Gegenstimmen zur deutlichen Beschlussempfehlung. Sie könne den Mehrwert eines Glasfaseranschlusses für vier Grundschulklassen nicht erkennen, sagte Dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth (Grüne). Zumal es sich um einen "Punkt-zu-Punkt-Ausbau" zur Weidacher Schule handle, andere Haushalte im Ortsteil würden damit nicht ans Glasfasernetz angeschlossen. Auch ihr Fraktionskollege Rudi Seibt hielt die Aufrüstung für unnötig. "Für digitalen Unterricht braucht eine Grundschule keine Gigabit-Verbindung", sagte er.

Patrick Lechner (FDP), Referent für Digitalisierung im Stadtrat, erklärte hingegen, dass es sich bei dem Beschluss um eine "Zukunftsinvestition" handle. Auch wenn ein normaler Internet-Anschluss jetzt noch ausreichen möge, müsse man die Schulen für die zu erwartende, rasante technische Entwicklung rüsten und die Förderung abgreifen. Dies fand auch die große Mehrheit der Stadträte. Am Ende stimmten nur die Grünen Rudi Seibt, Hans Schmidt und Assunta Tammelleo gegen den Anschluss. Lechner äußerte noch die Bitte, bei Ausschreibungen dieser Art künftig gleich das Vermessungsamt einzubeziehen.

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