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Waldram:Luftige Freude

Mintgrün ist die Farbe des Erinnerungsorts Badehaus. Luftballons in dieser Farbe transportieren Eintrittsgutscheine.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Badehaus-Verein feiert Wiedereröffnung des Erinnerungsorts mit Ballon-Aktion

Die Freude ist mintgrün und prall gefüllt: Mit Luftballons in der Farbe ihres Logos haben die Verantwortlichen des Erinnerungsorts Badehaus am Samstag Wiedereröffnung gefeiert. Sie ließen 75 Ballons steigen, von denen einige mit Eintrittsgutscheinen ausgestattet waren. Sollte der Wind der Aktion gewogen sein, werden sie nicht in der nahen Isar landen, sondern bei Menschen, die sich über einen Besuch in dem geschichtsträchtigen Haus am Waldramer Kolpingplatz freuen.

Sybille Krafft zeigte sich überaus erfreut, dass das von ihr geleitete Badehaus nach fast drei Monaten coronabedingter Schließung wieder fürs Publikum zugänglich ist. Sie lud dazu ein, die neuen Gutscheine für "exklusive Führungen" zu nutzen. Dies sei eine Neuerung in Zeiten, in denen die üblichen Führungen in größerer Besucherzahl nicht möglich sind.

Kraffts Stellvertreter Jonathan Coenen erläuterte das Hygienekonzept im Badehaus. Dort gelten die üblichen Abstands- und Maskenregeln; das Haus, in dem sich nur noch maximal 25 Menschen gleichzeitig aufhalten dürfen, werde täglich gereinigt und an Öffnungstagen zweimal täglich desinfiziert. Die Öffnungszeiten sind etwas verändert. "Der Freitag entfällt", so Krafft, "weil dieser Tag bisher hauptsächlich für Schulklassen reserviert war, die bis auf Weiteres keine Museumsbesuche machen können." Samstag und Sonntag ist von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen für bis zu zehn Personen können individuell gebucht werden.

Die Zahl von 75 Luftballons wurde gewählt, um an die Gedenktage zu erinnern. Es ist heuer 75 Jahre her, dass Deutschland vom Nazi-Faschismus befreit wurde; 75 Jahre, dass der Todesmarsch Dachauer Häftlinge durch das Isartal zog, und 75 Jahre, dass das DP-Lager Föhrenwald errichtet wurde. Dort, in einer ursprünglichen NS-Arbeitersiedlung, fanden Überlebende der Shoa vorübergehend eine neue Heimat. Das Lager für jüdische Displaced Persons (DP) wurde 1956/57 aufgelöst. Dann übernahm die katholische Kirche das Gelände, siedelte deutsche kinderreiche Heimatvertriebene an und benannte den Ort in Waldram um. An all dies erinnern Museum und Begegnungsstätte Badehaus.

www.erinnerungsort-badehaus.de

© SZ vom 08.06.2020

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