Junge Politik in Bad Tölz-Wolfratshausen:19 Prozent für die Christsozialen

U18-Wahl

Die erwachsenen Wahlberechtigten sind am kommenden Sonntag aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Jugend hat indes schon ihre Wahl getroffen.

(Foto: Stephan Puchner/dpa)

Bei der U 18-Wahl an weiterführenden Landkreis-Schulen wird die Bundestagswahl direkt erfahrbar.

Von Benjamin Engel

Der Ablauf der U 18-Bundestagswahl im Landkreis ist für Verena Peck ermutigend. "Wir brauchen echt keine Angst zu haben vor der Politikverdrossenheit junger Menschen", sagt die Kreisjugendpflegerin. 3801 minderjährige Schüler an den weiterführenden Bildungseinrichtungen im Landkreis haben ihre Stimme abgegeben. Damit haben fast die Hälfte gewählt. Das wertet Peck als großen Erfolg. Die Vorbereitungszeit, um die U 18-Jugendwahl zwischen dem 14. und 17. September, also in der ersten Woche des neuen Schuljahres, möglich zu machen, sei sehr knapp gewesen. Daher konnten an einigen Schulen nur ausgewählte Klassen mitmachen, erläutert Peck.

Das Ergebnis der U 18-Wahl an den weiterführenden Landkreis-Schulen spiegelt die zersplitterte Parteienlandschaft wider. Demnach würde dort die CSU zwar stärkste Kraft, erzielte aber nur 19 Prozent aller Zweitstimmen. Die Grünen kämen auf 17, die FDP auf 14 sowie die SPD auf 13 Prozent. Zu den Freien Wählern mit sechs Prozent bei den Zweitstimmen klafft bei der U 18-Wahl schon eine kleine Lücke. Es folgen die Linke, die AfD und die Tierschutzpartei mit jeweils fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.

Die meisten Erststimmen sind mit 23 Prozent auf den CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan entfallen. Er wäre somit wiedergewählt. Ihm folgen Karl Bär (Grüne) mit 19, Hannes Gräbner (SPD) mit 13 sowie Béatrice Vestling (FDP) mit zwölf Prozent.

Der Kreisjugendring (KJR) hat die U 18-Wahl federführend an den Landkreis-Schulen organisiert. Damit wird Jugendlichen unter 18 Jahren ermöglicht, vorab unter realen Bedingungen ihre Stimme abgeben zu können. Das Landkreis-Ergebnis ist unter der Adresse www.kjr-toel.de/ergebnisse-2 abrufbar.

Peck hält es für unbedenklich, dass die U 18-Wahl die Ergebnisse der Bundestagswahl am 26. September beeinflussen könne. Real wirksam sei die Stimme der jungen Leute unter 18 eben nicht. Mit der Veröffentlichung der U 18-Wahl sollten die Wünsche der jungen Leute sichtbar gemacht werden. Zu dieser Wahlaktion ist auf dem Fernsehsender BR-Alpha am 31. Oktober, 19.30 Uhr, eine Sendung der Reihe "Respekt" zu sehen.

© SZ vom 21.09.2021 / bene/kml
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