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Treff der Kulturen:Tee trinken, achtsam sein

Die japanische Musikerin Renkei Hashimoto lebt in Beuerberg. Am Samstag spielt sie in der Klosterkapelle eine traditionelle Bambusflöte.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Japan trifft Heimat im Kloster Beuerberg

Auch wenn der Titel der aktuellen Ausstellung im Kloster Beuerberg "Heimat" heißt, dürfen sich Besucher an diesem Wochenende auf fernöstliche Eindrücke und Begegnungen einstellen. Seit rund 35 Jahren leben im ehemaligen Beuerberger Klosterhof Sabine Turpeinen und Renkei Hashimoto. Beide Frauen verbindet eine Liebe zu Japan. Die Keramikerin Turpeinen fertigt feines Geschirr für die Japanische Teezeremonie, die Musikerin Renkei Hashimoto wurde in Japan geboren und spielt die traditionelle japanische Flöte Shakuhachi. Unter dem Motto "Die Schönheit der einfachen Dinge" eröffnet Turpeinen am Samstag, 6. Juli, eine Ausstellung im Pavillon im Klostergarten (Beginn 16 Uhr), die bis Ende des Monats zu sehen ist. In der ehemaligen Schwesternkapelle gibt es dazu ein japanisches Begleitprogramm.

"Frieden durch das Teilen einer Schale Tee" - so lautet der Titel eines Vortrags von Ulrich D. Haas Sôshiki Seizen. Der in Japan ausgebildete Teemeister und Zen-Priester führt seine Gäste in die Ursprünge, die Geschichte und Tradition der Japanischen Teezeremonie. "Der Teeweg (Chado) mit der Teezeremonie (Chanoyu) als dessen augenfälligstem Bestandteil ist einer der Wege des Zen-Buddhismus", heißt es in der Einladung. Die grundlegende Philosophie des Teewegs sei eine umfassende Synthese von östlicher Kultur und religiösen Traditionen. Sie werde in den vier Grundbegriffen Harmonie, Respekt, Reinheit und Stille zusammengefasst. "Die stete Einübung dieser vier Grundsätze innerhalb und außerhalb des Teeraums soll zu einer gesteigerten Achtsamkeit und zu tiefem inneren Frieden führen." Der Vortrag in der Schwesternkapelle beginnt um 17 Uhr.

Der Samstagabend klingt mit einem Konzert auf der Shakuhachi-Flöte aus. Renkei Hashimoto spielt von 18.30 Uhr an traditionelle japanische Sakralmusik aus dem 9. Jahrhundert.

Wer selbst an einer Japanischen Teezeremonie teilnehmen möchte, hat dazu am Sonntag, 7. Juli, die Gelegenheit. Zen-Priester Haas Sôshiki Seizen bietet eine "kleine" (Beginn 10.30 und 13 Uhr) und eine "große" Variante an. Anders als der Name vermuten ließe, findet die Kleine Zeremonie in einer exklusiven Runde statt und entspricht einer vollständigen Japanischen Teezeremonie. Die Gäste bekommen in einer von Turpeinen gefertigten Teeschale grünen Matscha Tee, der mit dem Bambusquirl aufgeschlagenen wird, und dazu ein authentisches japanisches Teegebäck aus Kyoto. Die Teilnahme kostet 15 Euro, Anmeldung unter info@dimu-freising.de

"Die jahrhundertealte Japanische Teezeremonie beginnt unauffällig, verläuft bescheiden und demütig in geistiger Reinheit und endet still", heißt es in der Einladung. "Ihre Harmonie eint Gäste und Gastgeber. Der Teeweg als immerwährendes Lernen ist das Streben nach einer Wandlung, bei der man sich auf das Walten der Natur verlässt und vielmehr empfängt als sucht." Die Große Zeremonie (Beginn 15.30 Uhr) vollzieht der Teemeister mit spontan ausgewählten Gästen. Alle Interessierten können dabei sein. "Sie erleben die Abläufe der Zeremonie und erfahren dabei viel über die friedvolle Atmosphäre." Mehr Informationen unter: www.dimu-freising.de