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Tölzer Politik:Bad Tölz hebt Plan für Kießkaltgrundstücke auf

Die Stadt Bad Tölz hat den Bebauungsplan für das kleine Gebiet der Kießkaltgrundstücke nahe der Straße Am Schuß teilweise aufgehoben. Damit dürfte sie künftig einigen Ärger los sein. Wenn dort ein Müllhäuschen, ein Schwimmteich oder eine Mauer gebaut werden sollte, gab es oftmals Zank um die isolierte Abweichung vom Bebauungsplan, die dazu beantragt werden musste. Der Grund: Das Verhältnis unter den Nachbarn auf den Kießkaltgrundstücken sei "nicht so optimal", ließ Christian Fürstberger in der Sitzung des städtischen Bauausschusses am Dienstagabend durchblicken. "Wir konnten diese Anträge als Stadt entweder genehmigen, dann war der Bauherr zufrieden, aber es gab Klagen der Nachbarn, oder wir lehnten es ab, dann waren die Nachbarn zufrieden, und der Bauherr klagte", berichtete der Bauamtsleiter. Fortan können Müllhäuschen oder Mauern verfahrensfrei errichtet werden. "Dann braucht man nicht mehr die Gerichte, die Stadt und den Stadtrat groß damit zu beschäftigen."

Die Aufhebung des Bebauungsplans, der aus Mitte der Neunzigerjahre stammt, gilt indes nicht für das südliche Gebiet, wo "Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft" festgelegt sind. Dazu gehört, dass die kleinen Biotope, die sich in privater Hand befinden, vom 15. Juni an zwei Mal pro Jahr gemäht werden müssen. "Eine gärtnerische Nutzung, die über diesen Umfang hinausgeht, ist unzulässig", sagte Fürstberger. Ausgenommen ist zudem das einzig unbebaute Grundstück in dem Areal. Dafür, so der Bauamtsleiter, "sollte weiterhin das Baurecht geregelt werden".

© SZ vom 10.09.2020 / sci

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