Schulleben:Ickinger Doppelspitze

Schulleben: Vorbildliche Schülerinnen: Charlotte Brandt (li.) und Sophia Jellemar.

Vorbildliche Schülerinnen: Charlotte Brandt (li.) und Sophia Jellemar.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Charlotte Brandt und Sophia Jellema bekommen den Förderpreis des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums. Sie werden damit nicht nur für ihre schulischen Leistungen ausgezeichnet, sondern auch für ihr soziales Engagement.

Von Sebastian d'Huc

Das Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking verleiht seit 2017 jährlich einen Förderpreis an Schüler, die nicht nur hervorragende schulische Leistungen vollbringen, sondern die sich auch sozial engagieren. Heuer haben sich mit Charlotte Brandt und Sophia Jellema allerdings gleich zwei Schülerinnen gefunden, die diesen Kriterien entsprechen. "Deshalb haben wir dieses Jahr sozusagen eine weibliche Doppelspitze", erklärte Schulleiterin Astrid Barbeau bei der offiziellen Preisverleihung.

Charlotte Brandt war während ihrer Schulzeit Redakteurin der Schülerzeitung. Sie hat sich nicht nur um die Inhalte gekümmert, sondern auch um das Layout - eine technisch komplexe Aufgabe, welche sie auch bei der Produktion der Abizeitung ihres Jahrganges übernommen hat. Darüber hinaus war sie ein tragendes Mitglied der Technikgruppe, die bei Schulveranstaltungen, Theaterstücken und Konzerten dafür gesorgt hat, dass mit Licht und Ton alles stimmt. "Charlotte hat sich besonders für die Integration junger Schüler in ihre Teams eingesetzt", lobte Barbeau. Außerdem sei sie schulisch äußerst erfolgreich gewesen - ihr Abiturergebnis von 1,3 bezeichnet die Schulleiterin als "fantastisch."

Ihre Co-Preisträgerin Sophia Jellema sagt über Brandt: "Charlotte ist sehr herzlich und tüchtig - alles, was sie an fängt, zieht sie durch. Sie ist bereit, auch

unangenehme Aufgaben zu übernehmen um der Gemeinschaft zu helfen." Brandt erzählt, dass ein 2017 erschienener Schulfilm ihr Interesse an Technik geweckt habe. "Seitdem hatte ich Lust, im Technikteam bei Veranstaltungen mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen", sagt die 17-Jährige. Bei der Schülerzeitung, der sie seit der neunten Klasse angehört, sei ihr besonders wichtig gewesen, das mühsam angesammelte Wissen an die neue Generation weiterzugeben. Am meisten werde sie an der Schule vermissen, täglich und ungezwungen "die Leute" zu sehen, zu denen sie auch Lehrer zählt. "In Icking gibt es einige Lehrer, die sich besonders für uns Schüler und die Schule engagieren", sagt sie. "Dieser Einsatz ist echt nicht selbstverständlich und sollte mehr wertgeschätzt werden."

Brandt plant jetzt, an der Technischen Universität München Informatik zu studieren und später im Bereich Cybersicherheit zu arbeiten. Was sie einem Fünftklässler raten würde? "Es ist nicht immer einfach, in der Schule klarzukommen", sagt Brandt. "Wer aber in vielen Wahlkursen ist, findet leichter Freundschaften - das macht die Schule zu einem freundlichen Ort."

Sophia Jellema spielt Cello, seit sie den Kindergarten besucht hat. Ihr musikalisches Talent hat sie von der fünften Jahrgangsstufe an in den Dienst der Schule gestellt. Sie war acht Jahre lang Mitglied des Orchesters, beteiligt an verschiedenen Ensembles und tätig im Chor. Weiterhin hat sie die Fachschaft Musik bei der Organisation von Konzerten und Probetagen tatkräftig unterstützt - unter anderem hat sie die Plakate für die Schülerkonzerte gestaltet. Als Klassensprecherin von der fünften bis zur zehnten Jahrgangsstufe war sie ebenfalls in der SMV aktiv, außerdem gab sie kostenlose Latein-Nachhilfe. "Trotz all dieser Tätigkeiten hat sie sich nie in den Vordergrund gedrängt, sondern blieb stets bescheiden", resümierte Barbeau. Und ihre schulischen Leistungen? "Sophia war quer durch alle Fächer ein Star und hat den Traumschnitt von 1,0 erreichen können."

Ihre Co-Preisträgerin Charlotte Brandt sagt über Jellema: "Sophia ist immer fröhlich, aber trotzdem einfühlsam. Bei allem, was sie tut, ist sie engagiert, sie geht auf die Leute zu und setzt sich für

die Interessen ihrer Mitschüler ein. Jellema saß im Auto, als Barbeau versucht hat, ihr den Erhalt des Förderpreises telefonisch mitzuteilen. "Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut. Es ist ein Ausdruck großer Wertschätzung, so geehrt zu werden", erklärt die 17-Jährige. Das Rezept für den schulischen Erfolg sei, kontinuierlich mitzulernen. "Ich liebe Latein und musste während der Oberstufe fast überhaupt nicht dafür lernen, weil ich die Grundlagen schon hatte." Jetzt nach dem Abitur will die passionierte Musikerin Latein und Musik auf Lehramt studieren, aber auch eine Karriere als professionelle Musikerin sei noch nicht ausgeschlossen. "Lehrer zu sein vereinigt einige meiner Lieblingstätigkeiten - mit jungen Leuten arbeiten, Menschen begeistern, erklären", sagt Jellema. "Man glaubt übrigens auch gar nicht, wie aktuell Latein ist." Wie man es schaffe, Spaß an so vielen verschiedenen Fächern zu haben? "Man muss sich den Spaß auch machen", sagt sie. "Wenn man die Zusammenhänge versteht und nicht nur beim Lernen hinterherhechelt, ist die Schule ein wunderbarer Ort."

© SZ vom 21.07.2020
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