Schlossgut Oberambach Mehr Platz fürs Personal

Idyllische Lage hoch überm See: Aus Sicht der Gemeinde Münsing ist dies ein besonders sensibler Bereich, in dem die Räte nicht jede Veränderung zulassen möchten.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die Pläne für eine Hotelerweiterung ruhen vorerst. Der Münsinger Gemeinderat billigt derweil alternative Ausbauten

Von Benjamin Engel, Münsing

Die kritisierten Erweiterungspläne für ein Bettenhaus und den Wellnessbereich am Bio-Hotel Schlossgut Oberambach ruhen derzeit. Stattdessen plant Geschäftsführer Maximilian Schwabe, Personalwohnungen und Seminarräume einzurichten. Dafür sollen die Remise und der frühere Reitstall nordöstlich des Hauptgebäudes umgebaut werden. Diesen Plänen hat der Münsinger Gemeinderat am Dienstag zugestimmt.

Nur geringe Veränderungen an der Fassade sind laut Bauamtsleiter Stephan Lanzinger nötig, um neue Türen und Fenster einzubauen. Ebenso planen die Hotel-Inhaber zusätzliche Dachflächenfenster. Im Dachgeschoss der ehemaligen Reithalle beziehungsweise Remise sind demnach vier Wohnungen für Personal vorgesehen; im Erdgeschoss der Remise zwei neue Seminarräume. Eine Fluchttreppe soll an der Außenfassade im Norden des Gebäudes entstehen. "Aus Sicht der Bauverwaltung ist es zu begrüßen, dass das bestehende Nebengebäude erhalten bleiben soll", sagte Lanzinger.

Die Pläne erschienen Thomas Schurz (CSU) gleichwohl eigenartig. Er fragte sich, ob der Antrag eine "Salamitaktik" sein könne, um mit den Erweiterungsplänen für ein Bettenhaus und den Wellnessbereich weiterzukommen.

Das Schlossgut Oberambach hat sich als Bio-Hotel im Übernachtungsgewerbe positioniert. Die Inhaber setzen auf Nachhaltigkeit und Naturverbundenheit. Für Umbauten verwendeten sie umweltverträgliche Materialien. Das Restaurant-Team kocht mit regionalen Produkten, die vielfach vom eigenen Gemüsefeld stammen. Um im touristischen Wettbewerb bestehen zu können, ist der Betrieb mit derzeit 40 Betten aus Sicht der Inhaber zu klein. Sie wollen das Hotel deshalb um 20 Betten erweitern.

Der Neubau ist südöstlich des Hauptgebäudes geplant. Der von der Kommune eingeschaltete Ortsplaner Christian Weigl hatte das Projekt wohlwollend beurteilt. Kritisch sah er allerdings die Idee, westlich der Remise Gebäude für einen modernen Wellnessbereich zu errichten.

Mit dieser Einschätzung sind die Hotel-Inhaber unzufrieden. Geschäftsführer Schwabe sagt, der Ortsplaner habe es nahegelegt, den Wellnessbereich in das Bettenhaus zu integrieren. "Wir machen uns Gedanken, ob es andere Lösungen gibt", sagt Schwabe. Derzeit ruhten die Pläne aber.

Erst einmal wollen sich die Hotel-Inhaber darauf konzentrieren, den Betrieb für Mitarbeiter attraktiver zu machen. Neues Personal zu gewinnen sei schwierig, sagt Weigl. Eine Rolle spiele es auch, dass die Mietpreise für Wohnungen in der Region sehr hoch seien. Wenn das Hotel nun eigene Unterkünfte für Mitarbeiter anbiete, könne das nur von Vorteil sein. Außerdem stärke es die Gemeinschaft, wenn das Personal unter einem Dach wohne.

Mitten zwischen Wiesen und Wäldern steht das Hotel in Alleinlage auf einem Höhenzug südlich von Holzhausen. Das macht Erweiterungsvorhaben zu einem sensiblen Unterfangen. Denn eine Zersiedlung im Umkreis der Anlage will die Kommune unbedingt vermeiden. Als die Hotel-Inhaber ihre Pläne erstmals im November 2017 öffentlich bekannt machten, reagierten einige Gemeinderäte kritisch. Bislang erlaubt der Bebauungsplan nur Erweiterungen im Bereich der früheren Remise und des Reitstalls. Und das soll laut Umweltreferentin Christine Mair (Wählergruppe Münsing) auch so bleiben. Allerdings hat der Gemeinderat in Aussicht gestellt, den Bebauungsplan zu ändern. Das gilt aber nur, solange eine umweltverträgliche Lösung gefunden wird.

Für die jetzigen Pläne, die Remise und den früheren Reitstall für Personalwohnungen und Seminarräume umzubauen, lobte Umweltreferentin Mair die Hotel-Inhaber. "Ich denke, da wird sehr sensibel mit dem Bestand umgegangen", sagte sie. Laut einem Bescheid des Kreisbauamts von 2010 hätten die Inhaber die Nebengebäude sogar für Zimmer abreißen und wiederaufbauen dürfen. Das soll mit den jetzt genehmigten Plänen nicht weiterverfolgt werden.