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Reden wir über:Pan im Park

Emma Müssig hat gerade ihren Abschluss zur Holzbildhauerin gemacht.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Emma Müssig hat eine Skulptur für Geretsried geschaffen

Interview von Elisa Henning, Geretsried

Wer im Geretsrieder Waldpark zwischen der Jeschken- und Altvaterstraße einen Spaziergang macht, kann etwas Neues entdecken: Pan, den Gott des Waldes und der Natur. In der griechischen Mythologie ein Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock, steht er in Geretsried in Form einer hölzernen Skulptur in seinem Habitat, die kürzlich von Bürgermeister Michael Müller und Stiftungsvertreter Jochen Pelz eingeweiht wurde. Geschaffen hat den "Waldpark-Pan" Emma Müssig (), eine 20 Jahre alte Geretsriederin, die gerade ihren Abschluss an der Berufsfachschule für das Holzbildhauerwerk in München absolviert hat.

SZ: Frau Müssig, haben Sie Ihren Pan seit seiner Enthüllung im Waldpark noch mal besucht?

Emma Müssig: Ja, ich war gleich am Samstag mit ein paar Bekannten noch einmal dort. Im Wald wirkt er viel besser als bei der Gesellenausstellung.

Was hat Ihr Pan denn mit Geretsried zu tun?

Es ging ja explizit darum, für den Stadtpark eine Figur zu machen. Pan ist ein altgriechischer Hirtengott, aber auch der Gott der Natur. Ich habe in Geretsried schon immer nah am Wald gewohnt und bin dort oft spazieren gegangen, um die Natur zu genießen. Für mich ist der Wald ein Ort, in dem man eine Ruhe findet, die es so in der Stadt nicht gibt. Und Pan steht für mich für alles, was die Natur verkörpert, für die Freude am Leben und für die Ruhe.

Die Skulptur war Ihre Abschlussarbeit an der Berufsfachschule, warum steht sie jetzt im Geretsrieder Waldpark?

Ich hatte bereits länger den Auftrag von der Ernst-Pelz-Stiftung, eine Figur für den Wald zu machen. Als es dann darum ging, ein Gesellenstück zu finden, hat Jochen Pelz den Vorschlag gemacht, beides zu kombinieren. Ich fand die Idee gut, es hat mich sehr gefreut, für meine Abschlussarbeit dieses besondere Stück machen zu dürfen. Die Gesellenarbeit ist ja schließlich auch etwas Besonderes.

Vom Holzstamm bis zur fertigen Arbeit - wie sind Sie vorgegangen?

Angefangen habe ich mit einem zeichnerischen Entwurf. Nach dessen Vorlage habe ich eine Figur in Ton modelliert, etwa ein Drittel so groß wie die Skulptur. Dann konnte ich die Maße nehmen und bin damit ans Holz gegangen. Zuerst mit der Kettensäge, um das Gröbste wegzuarbeiten, und dann mit dem Schnitzeisen.

Wie geht es nach Ihrem Abschluss weiter?

Ich bin ja jetzt erst mal Gesellin, nächstes Jahr möchte ich den Meister dranhängen. Gerade arbeite ich in einer Tagesstätte für Menschen mit Beeinträchtigungen. Beides - die Arbeit mit Holz und mit Menschen - würde ich später gerne verbinden.

© SZ vom 03.11.2020
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