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Reden wir über:Die Predigt als Podcast

Pfarrer Johannes Schultheiß.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Pfarrer Johannes Schultheiß setzt im Advent auf Digital-Botschaften

Interview von Marie Heßlinger, Bad Heilbrunn

Johannes Schultheiß , der evangelische Pfarrer von Bad Tölz und Bad Heilbrunn, hat sich in der Corona-Zeit einiges einfallen lassen, um seine Gemeinde bei Laune zu halten: Auf Youtube trat er während der Fastentage zwischen Aschermittwoch und Karsamstag als jonglierender Akrobat auf, später als Bauchredner im Gespräch mit einem Kirchturmhahn. Nun hat der 40-Jährige einen Podcast mit dem Titel "Pfarrer to go" gestartet. Zu hören ist dieser über einschlägige Plattformen wie Spotify. Mal führt er darin ein fiktives Interview mit dem Teufel, mal diskutiert er über die Rolle der Maria in der evangelischen Kirche, mal teilt er einfach Gedanken aus seinem Alltag.

SZ: Herr Schultheiß, wer sind Ihre potenziellen Zuhörer?

Johannes Schultheiß: Ich habe bei der Jugend gefragt: Was sind Themen, die euch interessieren? Ich glaube Menschen ab 20 Jahren hören Podcasts, die arbeitende Bevölkerung, die, die sonntagmorgens nicht in Scharen in die Kirche kommen.

Sie haben 24 Episoden angekündigt. Ist der Podcast als Adventskalender zu verstehen?

Ich habe mir überlegt, dass man den Podcast auch als Adventskalender nehmen könnte. Ich glaube, ich habe schon 23 Folgen veröffentlicht? Oh, es sind sogar schon 24 - also werden es bis Weihnachten noch mal mehr sein wahrscheinlich. (lacht) Also, es macht Spaß. Ich kann mir vorstellen, dass es auch über Weihnachten hinaus noch weitergeht. Thematisch sind die Folgen auch nicht auf die Adventszeit ausgelegt.

Wie kamen Sie auf die Idee, einen Podcast zu machen?

Vor drei Wochen wusste ich noch nichts von meinem Podcast - so schnell kann es gehen. Ich hatte in Holzkirchen einen Gottesdienst, der wurde aufgezeichnet. Dabei ist die Idee entstanden. Ich habe mal geschaut, was es so an Podcasts gibt von der Kirche - da gibt es noch nicht so viel. Ich selbst bin ein leidenschaftlicher Podcasthörer. Ich höre viele Interviews, Reportagen, wenn ich unterwegs bin.

Wie leicht war die Idee umzusetzen für Sie?

Technisch ist das gut machbar. Man braucht gar nicht so viel - ein Mikrofon, ein Schneidprogramm. Ich war mal bei Radio Alpenwelle und hab' geschaut, wie die das machen. Und auf Youtube gibt es viele Tutorials.

Auf welche Themen können sich Ihre Hörer noch freuen?

Zum Teil werden ein paar Sonntagspredigten aufgenommen, zum Teil Gespräche mit Kollegen, mit Menschen des lokalen Lebens, Gedanken aus dem Leben, was nervt mich am Pfarrberuf, was ist toll daran?

Haben Sie schon eine Idee für den 24. Dezember?

Noch nicht, aber da wird bestimmt was kommen. Natürlich hat man für die Weihnachtspredigt viele Ideen als Pfarrer. Die würde ich auch ein bisschen reinbringen. Weil ich denke, manche werden sich an Heiligabend bewusst nicht raus trauen. Und dann ist so ein Podcast eine schöne Alternative zum Gottesdienst, denke ich mal.

© SZ vom 28.11.2020
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